Appageddon in Cupertino: Von defekten Apps und 1-Sterne-Reviews

Holger Eilhard
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Eine weitere Woche, mitsamt US-Feiertag am Mittwoch, ist an uns vorbei gegangen. Die letzten sieben Tage waren ein Auf und Ab für Apple und die Welt rund um App Store und Co. Ähnlich sah es auch für die Freunde der Androiden aus, die in den USA für einige Tage auf den Kauf einiger Samsung-Geräte verzichten mussten.

Appageddon in Cupertino: Von defekten Apps und 1-Sterne-Reviews

Doch bevor wir zum eigentlichen Teil des Wochenrückblicks kommen und auf die defekten Apps und deren Auswirkungen für die Entwickler zurück blicken, hier ein kurzes Interview mit Sven und mir, aufgezeichnet am Morgen des 4. Juli in Fisherman’s Wharf:

Wie im Video erwähnt, konnte Apple in der vergangenen Woche einen Verkaufsstopp in den USA erreichen: Für einige Stunden war Googles Referenz-Smartphone nicht im US Play Store verfügbar. Es dauerte jedoch nicht lange, bis ein US-Gericht das Urteil aufgehoben hatte und den Verkauf wieder freigab.

Im Play Store ist das Galaxy Nexus jedoch weiterhin nicht direkt zu kaufen, da man auf die Verfügbarkeit von Android 4.1 Jelly Bean wartet und die Geräte gleich mit dem neuesten Betriebssystem ausgestattet werden sollen. Für 349 US-Dollar kann man vorbestellen, um in 1-2 Wochen ein neues Gerät samt neuester Software in den Händen halten zu können. Zum gleichen Zeitpunkt wird dann wohl auch das Nexus 7 verfügbar sein.

Von dem angekündigten Software-Update für Ice Cream Sandwich, welche Apples Patente umschiffen soll, gibt es hingegen bisweilen keine Spur. Hier sollten einige Suchfunktionen deaktiviert werden. Anscheinend hat man sich bei Google aber gegen eine möglicherweise voreilige Veröffentlichung entschieden.

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Appageddon im App Store

Doch auch in Apples eigenem Vorgarten schepperte es in der vergangenen Woche kräftig. Für einige Tage war es nicht möglich funktionsfähige Updates von einer Reihe hochrangiger Apps zu laden, egal ob für iOS oder aus dem Mac App Store. Nach der Installation der Updates stürzten die betroffenen Apps gleich ab und waren somit unbrauchbar. Ursache war laut Apple ein fehlerhafter Server.

Abhilfe schaffte in manchen Fällen die Deinstallation, was aber gleichzeitig für den Verlust von gespeicherten Daten, wie zum Beispiel Spielständen sorgen konnte. Vielleicht bringen derartige Probleme mehr Entwickler endlich dazu, diese Informationen in Apples iCloud zu speichern, statt auf dem Gerät selbst.

Am Freitag gab Apple endgültig Entwarnung und triggerte für die betroffenen Apps einen erneuten Update-Schwung – auch wenn es sich um alte Updates handelte. Damit stellte der iPhone-Hersteller aus Cupertino sicher, dass alle Nutzer die funktionsfähigen Versionen erhielten.

Das Rezensionsproblem im App Store

Das erneute veröffentlichen der Updates sorgte gleichzeitig dafür, dass die Beschwerden in den Rezensionen der Apps in den Hintergrund geschoben wurden. Richtig gehört: hatte Apple gegenüber Macworld noch gesagt, dass man die 1-Sterne-Reviews aufgrund defekter Upgrades löschen werde, entschied man sich hingegen nur für ein Verstecken selbiger.

Der aktuelle Fall zeigt, dass Apple generell ein Problem im App Store hat. Für die Ausfälle in der vergangenen Woche waren keinesfalls die Programmierer der Apps verantwortlich, sondern einzig und allein Apple. Die Kommentatoren im App Store wussten dies jedoch nicht und ließen ihrem Unmut diesbezüglich daher in den jeweiligen Rezensionen freien Lauf.

Im Gegensatz zu Googles Play Store, in dem die Entwickler seit kurzem auf diese Kommentare antworten können, ist Apples Kommentarsystem im App Store eine Einbahnstraße. Nutzer können sich nach belieben beschweren, während die Entwickler tatenlos zusehen müssen, wie ihre Bewertung in den Keller geht.

Matt Gemmell vertritt den Standpunkt, dass öffentliche Antworten keine gute Idee sind. Diese Funktion bringt den Entwicklern keinen wirklichen Mehrwert, da sie sich durch ihre öffentliche Reaktionen nur in wenigen Fällen wirkliche Freunde machen. Geschützt durch die vermeintliche Anonymität im Internet lassen sich manche Menschen leicht dazu bringen, weniger sinnvolle Kommentare zu hinterlassen. Dies ist auch ein Grund, warum immer mehr Webseiten diese Funktion komplett deaktivieren und bevorzugt den persönlicheren Kontakt mit den Nutzern suchen.

Hilfreicher wäre laut Gemmell – im Fall des App Stores – eine Möglichkeit, die es Entwicklern ermöglicht auf nicht–öffentlichem Weg mit den Kommentatoren zu kommunizieren. Ein deutlicherer Hinweis, auf die Möglichkeit, Support-Anfragen direkt beim Entwickler zu stellen, wäre ebenfalls wünschenswert.

Good bye, MobileMe

Am vergangenen Wochenende wurde darüber hinaus auch Apples MobileMe eingestellt. Dies bedeutet, dass Foto-Galerien nicht mehr verfügbar sind und auch die Dateien auf der iDisk vom Aussterben bedroht sind. Für kurze Zeit erlaubt Apple jedoch noch das Sichern der Daten. Wer also noch persönliche Dokumente oder Bilder auf MobileMe gespeichert hat, sollte diese in Kürze herunterladen und auf iCloud umstellen.

Alternativen zu MobileMe und iCloud hat Euch Kollege Flavio in der vergangenen Woche ebenfalls vorgestellt. Es muss also nicht in allen Fällen Apple sein.

(Bild: Holger Eilhard/GIGA.DE)

Weitere Themen: App Store, Apps, Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog, Apple Special Event Oktober 2014, iTunes, iTunes für Mac, iOS, The Swift Programming Language – Handbuch , Google

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