Apple als Kaderschmiede

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Für Apple arbeiten nicht nur viele Menschen, sie gewinnen dort außerdem auch Erfahrungen, die sie später andernorts einsetzen können. Das Unternehmen dient damit nicht nur als Kaderschmiede, sondern auch unfreiwillig als Starthilfe für spätere Konkurrenten. Rund 49 Neugründungen seitens ehemaliger Mitarbeiter kann der Konzern mittlerweile verbuchen.

Es ist unglaublich, wie viel Potenzial in einem Großkonzern wie Apple auch mal verpuffen kann. Bestimmte Fähigkeiten lassen sich jedoch besser im Kleinen entwickeln als innerhalb eines größeren und gewiss nicht selten starren Gefüges. Das US-Magazin Business Insider stellte elf Projekte ehemaliger Apple-Mitarbeiter vor.

Andy Rubin – vom Apple-Ingenieur zum Apple-Killer
Er fing 1989 bei Apple an und ist der Mann, der hinter dem Android-System steht. Rubin war zunächst Vorstandsvorsitzender der Firma Danger (Sidekick), musste das Unternehmen aber verlassen. Daraufhin startete er mit Android ein Open-Source-Softwareprojekt, das von Google später übernommen wurde und heute als größter Gegenspieler Apples im Bereich iOS gilt.

Loren Brichter – so zwitschert's auch bei Apple
Nach einem Jahr bei Apple verließ Brichter den Konzern und gründete atebits, ein Unternehmen, das sich der Entwicklung von Apple-Software verschrieben hat. Dessen Anwendung Tweetie wurde anschließend von Twitter übernommen, Loren Brichter für sämtliche Apple-Anstrengungen von Twitter verantwortlich.

Evan Doll – Herr der Informationsgesellschaft
Ob Facebook, RSS-Feeds oder Twitter – Flipboard vereint sie alle unter einem Dach. Das „soziale“ iPad-Magazin des ehemaligen iPhone-Software-Ingenieurs bei Apple erfreute seinen Ex-Arbeitgeber so sehr, dass Flipboard zur Anwendung des Jahres 2010 gekürt wurde.

Sabeer Bhatia und Jack Smith – von Apple zu Hotmail
In den Achtzigern noch bei Apple, gründeten Bhatia und Smith später Hotmail, das anschließend von Microsoft übernommen wurde. Es folgten weitere Unternehmensgründungen, von denen sich keines jedoch mit dem späteren Hotmail-Erfolg messen konnte.

Reid Hoffman – von Apple über PayPal zu LinkedIn
Einst Produktmanager bei Apple, später Gründer zunächst von PayPal und dann von LinkedIn – kaum eine Karriere enthält so viel New Economy auf einen Streich. Ob Apple sich da nicht manchmal ärgert, dass solche Personen ihre Energie nicht in Cupertino verbrauchten?

Agnilux – ein Fall für sich
Von 2008 durch Apple für 278 Millionen US-Dollar übernommen, ist die Chipfirma P. A. Semi (Palo Alto Semiconductor) ein besonders interessanter Fall. Kaum bei Apple gelandet, verließen die Mitarbeiter schon wieder Cupertino und gründeten das Server-Unternehmen Agnilux – nur um kurz darauf von Google übernommen zu werden.

Dave Morin – vom Bildungsbereich zum Foto-Sharing
Bei Apple war Morin Manager für den Bereich höhere Bildung, im eigenen Unternehmen jedoch widmete er sich Path, einer App zum mobilen Foto-Sharing.

Sachin Agarwal – ein Apple-Ingenieur lässt bloggen
Nachdem er von Apple aufschlussreiche Management-Lektionen erhalten hatte, machte „iSachin“ später mit Posterous Bloggern das Leben leicht.

Matt MacInnis – von Apple zur Apple-Software
Er verließ Apple, blieb der Plattform aber dennoch treu. MacInnis gründete sein eigenes Unternehmen und schuf das interaktive iPad-Lernen mittels Inkling.

Steve Jobs – von Apple zu NeXT und zurück sowie von Pixar zu Apple und Disney
Die Details sind jedem hinlänglich bekannt. Auch außerhalb von Apple war und ist Jobs ausgesprochen umtriebig. Nach seinem Apple-Rauswurf gründete er NeXT – zwar nicht mit riesigem Erfolg, dennoch wurde das Unternehmen später von Apple übernommen (oder umgekehrt?) und lieferte mit NEXTSTEP die Basis für Mac OS X. Pixar wiederum, einer aus der Lucasfilm Graphics Groups hervorgegangenen Firma, die ebenfalls in den Händen von Jobs landete, ist nicht minder eine Erfolgsstory, die Jobs am Ende sogar in den Disney-Vorstand hievte.

Jon Rubinstein – nicht immer klappt es ...
Warum Rubinstein einst Apple verließ, weiß keiner so genau. Seine Bemühungen aber, Palm zu mehr Erfolg zu verhelfen, scheiterten – darüber kann auch die Übernahme durch Hewlett-Packard nicht hinwegtäuschen.

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