Apple an der Börse: Zwischenzeitlich das wertvollste Unternehmen der Welt - und vielleicht doch unterbewertet

Florian Matthey
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Mitten in der Aufregung der letzten Tage an den Börsen gab es für Apple gestern einen historischen Moment: Der Mac-, iPhone- und iPad-Hersteller war zwischenzeitlich das wertvollste Unternehmen der Welt. Mittlerweile liegt der Mineralölkonzern Exxon Mobil aber wieder vorne. Zwei Kolumnisten glauben, dass Apple eigentlich noch viel mehr wert sein könnte.

Für kurze Zeit vor Exxon Mobil

Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens ergibt sich aus dem Aktienkurs multipliziert mit der Anzahl aller ausgegebenen Aktien. Aktuell liegt Apples so errechneter Wert bei 346,61 Milliarden US-Dollar, Exxon Mobil liegt mit 348,32 Milliarden Dollar an der Spitze. Noch vor zwei Wochen trennten die beiden Unternehmen 42 Milliarden Dollar, doch dann setzten die Turbulenzen der letzten Tage ein: Sowohl die Apple- als auch die Exxon-Mobil-Aktie haben deutlich an Wert verloren, der Mineralölkonzern aber deutlicher als das IT-Unternehmen.

Eine Billion Dollar als gerechtfertigter Apple-Wert?

Die Reuters-Kolumnisten Robert Cyran und Christopher Huges schreiben in der New York Times, dass Investoren Apple-Aktien in diesen Tagen eigentlich deutlich unter Wert kaufen und verkaufen. Die Börsen-Experten begutachten das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis, also das Verhältnis der Marktkapitalisierung zu den Gewinnen und den zu erwarteten Gewinnsteigerungen des Unternehmens. Ein niedriger Wert bedeutet, dass mit ein Unternehmen unter Wert gehandelt wird. Apple liegt aktuell bei 0,2, die Website Salesforce.com hingegen bei 13,2. Seiten wie LinkedIn, die gar keine Gewinne machen, seien noch deutlicher überbewertet.

Lege man Apples Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis des Jahres 2006 zugrunde, dann wäre Apple in diesen Tagen 900 Milliarden Dollar wert. Da Apple in diesen Tagen noch schneller wächst als vor fünf Jahren, lasse sich auch ein Wert in Höhe von einer Billion Dollar in Betracht ziehen – also rund dreimal so hoch wie Apples aktuelle Marktkapitalisierung, und mehr als die Summe der Werte von Microsoft, Google, Intel und Amazon.

Es stellt sich also die Frage, warum Apples Wert hinter dem Potential zurückbleibt. Den Kolumnisten zufolge könne es nicht nur daran liegen, dass sich Investoren Sorgen über die Gesundheit des Apple-CEO Steve Jobs machen. Auch gebe es keine Anzeichen für eine Verlangsamung des Apple-Wachstums: Die Apple-Kunden seien sehr flexibel und ließen sich noch für weitere Produkte wie Fernsehgeräte gewinnen, auch habe Apple durch seine hohe Gewinnmarge viel Spielraum, um auf ein verlangsamtes Wachstum zu reagieren.

Der Grund für die Unterbewertung könne – wie so oft an der Börse – ein psychologischer sein: Investoren könnten ein Unternehmen in dieser Größenordnung vielleicht einfach nicht begreifen.

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