Apple angeblich nachlässig bei Zulieferer-Audits

macnews.de
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In einem Bericht mehrerer chinesischer Umweltschutzorganisationen wird Apple vorgeworfen, ihre Zulieferer nicht ausreichend auf Verstöße gegen Arbeits- und umweltrechtliche Bestimmungen hin zu kontrollieren. Einer von mehr als 30 Organisationen durchgeführten Studie zufolge gibt es eine zweite, hässliche Seite des Unternehmens aus Cupertino.

Über neun Monate hinweg beobachteten die Forscher mehrere Fertigungsstätten von Zulieferern für iOS-Geräte und Macs, wie Reuters meldet. Im Vergleich mehrerer international tätiger Unternehmen sei Apple auf dem letzten Rang, wenn es darum gehe, Anfragen bezüglich Schadstoffemissionen oder Gesundheitsgefährdungen am Arbeitsplatz zu beantworten. Erst kürzlich war Greenpeace mit einer Studie zu Green-IT in Cupertino auf Granit gestoßen.

Zwar werden auch andere große IT-Unternehmen gerügt, darunter etwa Sony Ericsson, Nokia, LG und SingTel. Apple habe sich jedoch durch besonders hartnäckiges Abwimmeln von Anfragen aus den Reihen der Umweltschutzorganisationen hervorgetan. Die Anschuldigungen der Institute wiegen schwer: Apple habe keine ausreichenden Prüfungsinstrumente implementiert, weswegen Arbeiter schwer verletzt und vergiftet wurden sowie Schadstoffe in die Umwelt entweichen konnten.

Apple wehrt sich gegen die Vorwürfe und verweist auf extensive “Supplier Responsibility” Programme, die dafür sorgen sollen, dass Zulieferer-Unternehmen eine Reihe von Richtlinien zu Arbeiterrechten, Sicherheit und Umweltschutz einhalten. Die Einhaltung dieser Regeln werde streng kontrolliert und den publizierten Jahresberichten lassen sich diverse Fälle entnehmen, in denen Apple sich von Herstellern trennte, die sich wiederholt nicht an den Codex hielten.

Steve Jobs war im vergangenen Sommer in Erklärungsnot geraten, als mehrere Suizid-Fälle bei Foxconn für Aufsehen sorgten. Angeblich hatten der strikte Führungsstil und unhaltbare Arbeitsbedingungen zu den Selbsttötungen geführt. Die Studie erwähnt zudem einen Fall aus Ost-China, wo in einer Wintek-Fertigungsstätte 47 Arbeiter vergiftet wurden. Die Chemikalie Hexan war als Reinigungsmittel für Touch-Displays eingesetzt worden und hatte bei den Angestellten schwere Gesundheitsschäden verursacht.

Aufgrund der umfangreichen Dokumentationen des bei Apple seit 2006 bestehenden Audit-Programms lässt sich schwer nachvollziehen, wie derartige Vorfälle trotzdem geschehen konnten. Was Cupertino mit schönen Worten und bunten Bildern beschreibt, sieht in der Realität möglicherweise ganz anders aus.

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