Apple bleibt 2011 Gewinner im Tabletmarkt: Ein Überblick

Flavio Trillo
1

Heute startet der Verkauf des iPad 2 in den USA und damit hat Apple bereits die zweite Version eines Tablet-Rechners in die Läden gebracht, bevor einige andere Hersteller überhaupt irgendein Modell präsentierten. Im vergangenen Jahr dominierte das Unternehmen den Sektor mit etwa 83 Prozent Marktanteil. Auch dieses Jahr wird die Konkurrenz dem Mac-Macher noch nicht das Wasser reichen können, wenn man Berichten diverser Beobachter glauben darf.

2010 war ein gutes Jahr für Tablet-Rechner und damit naturgemäß auch für Apple. Die Analysten von IDC melden für diesen Zeitraum 18 Millionen verkaufte Tablet-Rechner, davon fast 14,8 Millionen iPads. Doch nicht nur in Cupertino durfte man sich über solche Werte freuen. Dell scheint mit seinen Produkten genau so aufgestellt, dass die übermächtige Konkurrenz durch Apple für Wettbewerber wie Acer dafür sorgte, dass der PC-Hersteller auf der Weltrangliste einen Schritt nach vorn machen konnte.

iSuppli veröffentlichte Zahlen, nach denen Dell im vierten Quartal 2010 sich mit fast zwei Prozentpunkten Vorsprung an Acer vorbei auf den zweiten Platz hinter Hewlett Packard schieben konnte. Und das, ohne auch nur ein einziges Gerät mehr verkauft zu haben. Allein die schlechten Ergebnisse Acers, bedingt, so iSuppli, durch den Verkaufsschlager iPad, ermöglichten diesen Aufstieg. Auch in den folgenden Monaten werde sich die Situation für die Konkurrenz nicht verbessern. Erste Anzeichen dafür sind die fast minütlich nach oben korrigierten Lieferzeiten für das iPad 2 in Apples Online Store. Inzwischen wartet man in den USA bis zu zwei Wochen auf sein Gerät, heute morgen lag dieser Wert noch bei zwei bis drei Tagen.

Die Analysten von IDC und JP Morgen schätzen das gesamte Tablet-Volumen für das Jahr 2011 auf etwa 50 Millionen Geräte. Apple werde sich davon einen Anteil von bis zu 29 Millionen sichern können, was für die Wettbewerber fatale Folgen haben könnte. Die Experten sehen Produktionsvolumina von insgesamt etwa 65 Millionen Geräten geschätzten Verkaufszahlen von nur knapp 47 Millionen gegenüber. Zieht man davon die durchaus möglichen 29 Millionen verkauften iPads ab, bleibt nicht mehr viel übrig für Samsung, HP, Dell und Co.

Die Blase aus Investitionen in Zulieferer-Kapazitäten und teuer bezahlten Optionen auf riesige Mengen Touch-Displays und Speichermodule könnte im Laufe des Jahres platzen. Dann säße die Konkurrenz auf riesigen Verlusten und Apple würde deren Überproduktion zu Ramschpreisen abgreifen. Aber woran liegt es eigentlich, dass niemand gute Chancen für Tablets anderer Hersteller sieht? Googles Android macht eine gute Figur, warum sollte das iPad dennoch dominant bleiben?

Die Antwort dieser Fragen sieht man bei den Experten von Forrester nicht unbedingt in der Qualität der Geräte von HP, Toshiba, Motorola oder BlackBerry. Allein der Service und die Atmosphäre der Apple Stores seien Schuld an der Misere. Das iPad werde im Vergleich als wertiger empfunden, da die Kunden bei Apple wissen, dass man sich voll auf sie und das gewählte Produkt konzentriert. In anderen Geschäften, wo Tablets vieler verschiedener Hersteller verkauft werden, könne man diesen Service nicht erwarten.

Aus diesem Grund prophezeien die Analysten für Apple auch einen Marktanteil von gesunden 80 Prozent im Jahr 2011. Das einzige, was dieser Dominanz eventuell gefährlich werden könnten, sei Amazon. Der eCommerce-Gigant sei hochmotiviert, einen eigenen Dienst anzubieten, dessen Bedingungen es voll unter seiner Kontrolle hätte. Insbesondere die strikten Regeln im iOS-Universum hätten bei Amazon für Frustration gesorgt, die sich gut in kreative Energie kanalisieren ließe.

Außerdem könnte Amazon sich mit eigenen Tablets eine attraktive Preisstruktur erlauben. Die Hardware würde durch den Verkauf von Inhalten querfinanziert. Der Käufer würde sich das Gerät mit seiner monatlichen Rechnung über Bücher, eBooks, Musik, Apps aus dem eigenen App Store sowie sonstiger Waren also quasi selbst subventionieren. Zu guter letzt verfügt das Unternehmen über eine hervorragende Vertriebsstruktur in vielen Ländern der Welt, genießt ein großes Vertrauen unter den Kunden und kann mit einem reichhaltigen Inhaltsangebot locken.

Ob und wie das BlackBerry PlayBook oder die mit Android Honeycomb ausgestattete Konkurrenz in der Lage sein werden, dem iPad ein paar Prozentpunkte abzuringen, wird sich zeigen. Es scheint jedoch augenblicklich so, als würde die Tablet-Welt der Ankündigung von Steve Jobs Folge leisten und das Jahr 2011 zum Jahr des iPad werden lassen.

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz