Apple entfernt Quick Snap und lehnt zweite "Manhattan Declaration"-App ab

Florian Matthey
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Nach der Weihnachtspause arbeiten Apples App-Store-Mitarbeiter wieder fleißig an der Zulassung und Ablehnung von Apps im Download-Portal. Einerseits hat Apple die Kamera App Quick Snap wieder entfernt – sie hatte es trotz eines klaren Regelverstoßes in den Store geschafft. Eine neue Version der “Manhattan Declaration”-App fundamentalistischer Christen lehnte Apple derweil erneut ab.

Quick Snap erlaubte den Einsatz der Lautstärke-Knöpfe des iPhones als Auslöser für die Kamera anstelle eines virtuellen Knopfes auf dem Bildschirm des Geräts. Apple möchte hingegen keine Apps zulassen, die die Funktion der physischen Knöpfe verändert, um Benutzer nicht zu verwirren. Quick Snap versuchte allerdings gar nicht, das Feature zu vertuschen, um in den Store zu bekommen – stattdessen bewarb die App die Funktion als Alleinstellungsmerkmal. Wie sie es trotzdem in den Store schaffen konnte, dürfte ein Rätsel bleiben, mittlerweile hat Apple sie aber wieder aus allen Stores entfernt.

Während Quick Snap gegen eine eher technische Regel verstößt, liegt der Fall bei der App der Manhattan Declaration schwieriger. Die Erklärung, die fundamentalistische Christen in den USA im Jahr 2009 verabschiedeten, schaffte es zunächst im November als offizielle App in Apples Download-Portal. Die App präsentiert die in der Erklärung vertretenen Standpunkte zur Heiligkeit menschlichen Lebens, der Ehe, sexueller Moral und religiöser Freiheiten. Unter anderem gab es in der ersten Version der App eine “Umfrage” zu diesen Themen – der Benutzer sollte beispielsweise erklären, ob er homosexuelle Partnerschaften unterstütze. Antwortete er mit “ja”, erhielt er die Antwort “falsch”.

Nachdem eine Petition mit rund 8.000 Unterzeichnern Apple dazu bewegen konnte, die App wieder aus dem Store zu entfernen, bleibt der Betreiber hart. Auch die zweite Version der App, in der das “Umfrage”-Feature fehlt, darf nicht in den Store – laut Apple sei der Inhalt “verwerflich und potentiell schädlich für andere”. Die Urheber verweisen wiederum darauf, dass die App ebenso wie die Erklärung lediglich den christlichen Glauben bekräftige, Apple diesen Glauben hingegen als potentiell schädlich diskriminiere.

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