Apple-Fernseher aus Samsung-Smart-Window-Glas

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Der Apple-Fernseher, iTV, iScreen oder ATV ist jetzt schon das Ereignis des Jahres 2012. Besonders auf das Design des Apple-TV-Geräts sind alle gespannt. Wir vermuten, Apple verwandelt nicht einfach nur den modernen Fernseher in etwas Bedienerfreundliches, sondern nimmt sich gleich des Fernsehens durchs Fenster an. Mit Fensterglas von Samsung.

Apple-Fernseher aus Samsung-Smart-Window-Glas

Wieso glauben wir eigentlich, dass Apple nicht mehr kann, als einen Flachbildschirm mit einer Apple-typischen Benutzerführung auszustatten? Dürfen wir von dem innovativsten Computer-/Telefon-/Fernseher- und Autohersteller des Jahrhunderts nicht mehr erwarten? Verzeihung, Autos macht Apple noch nicht. Noch nicht. Sind aber auch so Alltagsgegenstände. Und wir wissen ja, dass Apple diese gern „neuerfindet“.

Durchs Netz kursiert gerade wieder eine Erfindung, diesmal vom Apple-Lieferanten und -Kopisten Samsung: Ein Transparent Smart Window, ein Fenster, das gleichzeitig ein Fernseher und Monitor ist. Eben ein echtes Display, das nicht nur die Realität da draußen, also der Außenwelt zeigt, sondern auf dem sich auch die Wetterkarte, die Einkaufsliste, die Uhrzeit, die Mails, die Nachrichten oder die TV-Serie, Filme und Musik-Videos anzeigen lässt.

In den Trendszenarios der Zukunftshersteller und Materialforscher tauchen die Fenster-Fernseher schon seit längerem auf. Gorilla-Glashersteller Corning hat im letzten Jahr sein gläsernes Zukunftsszenario vorgestellt.

Im Science-Fiction „Minority Report“ mit Tom Cruise von 2002 war bereits ein durchsichtiger Touchwall ebenfalls zu sehen.

Mit der Weiterentwicklung der Glas- und Touchscreentechnologie sind nun erste großformatige Displays tatsächlich möglich, wie Samsung zeigt.

Das Samsung-Fenster ist so dick beziehungsweise dünn wie normales Sicherheits-/Isolierglas und lässt auf Wunsch den Blick nach draußen zu. Von außen ist dagegen kein Einblick möglich. Angeblich soll es zum Teil auch durch Sonnenenergie betrieben werden. Witzig ist auch die Idee, das Fenster durch angezeigte Jalousien zu verschatten. Auch ein Nacht-Modus ist möglich.

Auf dem Fenster lassen sich in bester iOS-/Android-Tablet-Manier Apps anzeigen zu lassen und per Touch-Klick aufrufen zu können.

Samsung hat eine Art Finder/Desktop in dem auf der CES 2012 gezeigten Prototyp realisiert. Auf dem Messestand war lediglich eine Modelllandschaft in einer Art Terrarium aufgebaut, um den Durchblick auf die Außenwelt zeigen zu können.

Das Samsung Transparent Smart Window ist schon gut gelungen, aber was wäre, wenn Apple das in die Hand nähme? Nicht nur sähen die Icons der Apps besser aus, auch das ganze Look-and-Feel, die Nutzerfreundlichkeit könnte Apple-typisch einfach sein.

Kommt hinzu, dass Apple selbstverständlich Siri integrieren würde. Selbst wenn Samsung sagt, dass die Sprachsteuerung von Apple ein alter Hut wäre und sie inzwischen auch Sprach- und Gestensteuerung für ihre zukünftigen Fernseher anbieten.

Angeblich sei das Fenster nicht nur ein Prototyp, sondern stünde kurz vor der Serienproduktion. Schon im letzten Jahr war das Fenster auf der CeBIT 2011 aufgetaucht. Mal sehen, ob das in diesem Jahr wieder so ist – dann vielleicht mit konkretem Preis und Termin.

Wie kommt Apple jetzt ins Spiel mit Windows? Apple ist ein Windows-Fan. Die in Cupertino stehen auf Glas. Steve Jobs hat selbst Hand ans Design der Glastreppen in den Stores angelegt. Die Apple Stores sind von Glas dominiert. Der neue Store-Prototyp in Palo Alto soll sogar einer mit Glasdach sein. Bei der hohen Sonneneinstrahlung in Kalifornien könnte die Verschattung und Klimatisierung ein Problem sein – nicht jedoch mit so genannten Smart Windows. Der geplante Apple-Raumschiff-Campus in Cupertino wird aus einer Glashülle (mit Photovoltaik?) bestehen. Um es deutlich, mehrdeutig zu sagen: Apple hat große Erfahrung mit Windows und ein Faible für Fenster.

Nächste Gründe: Termin und Preis. Samsung geht angeblich schon im März in Serienproduktion, kurz danach sollen die Smart Windows erhältlich sein. Als Fenster ist das Ganze ein Luxusprodukt und nur für Neubauten geeignet. Die TFT-Fenster mit einer Bildschirmdiagonale von 46 Zoll, knapp 117 Zentimeter, im kostengünstigen 16:9-Panel-Format lassen sich nur in querliegende und schmale Fensteröffnungen in modernen energiesparenden Neubauten installieren. Wer als vermögender Häuslebauer Whirlpool und Bang & Olufson-Hausautomation einplant, der rechnet vielleicht auch mit einem Smart Window in der Küche.

Als reines Luxusprodukt für 8000 Euro lohnt sich aber wohl kaum eine Serienproduktion, zumal das Geschäft abhängig ist vom Baugewerbe.

Nehmen wir jetzt mal an, dass Apple aus diesem Fensterglas seinen Fernseher baut. Ein 46-Zoll-Fernseher, der im Prinzip nur eine dicke Glasscheibe mit einem filigranen Aluminium-Sockel ist. Meinetwegen ein schmaler Alu-Bandrahmen. Vielleicht sind die Elektronik und der Empfänger in einem externen Apple-TV-Netzteil versteckt. Tagsüber bzw. außer Betrieb siehst du den Fernseher kaum, er fügt sich perfekt in deine stilvolle Umgebung ein, du siehst quasi durch ihn hindurch. Mit Klick oder iPhone-App erwacht er zum Leben. Der Apple-Fernseher.

Ein solcher Fernseher wäre für Glastreppenbauer Apple durchaus vorstellbar. Apple ist bekannt dafür, dass es mit Lieferanten groß und langfristig plant, schnell bezahlt und dafür gute Konditionen bekommt. Ein Deal mit Samsung, dass der Hersteller 250000 neue Apple-Fernseher im zweiten Quartal herstellt, würde die Nennung der Serienreife durch Samsung rechtfertigen. Apple hätte dann das smarte iTV mit iOS, Samsung sein Transparent Smart Window mit Android.

Später dann könnte Samsung einen ähnlich gestalteten Fernseher herausbringen, oder Apple ein Smart Window, und ein neuer TV-War könnte entbrennen, ähnlich dem Tablet-War.

Ein Apple-Fernseher aus Samsung-Smart-Window-Glas ist schon eine gute Idee. Ob Apple daraus später Fenster macht, wer weiß. Apple-Windows, iWindows oder iWonder könnten die dann heißen.

Selbstverständlich stünde die ganze Funktionswelt von iOS und in einer späteren Version auch von OS X im Fenster-Fernseher zur Verfügung. Je nach Finanzkraft wäre ein 46-Zoll-iOS-Fenster schon für 2000 Euro zu haben, ein OS X-Fernseher für mehr. Kleine Idee am Rande: Per Sandboxing und InApp-Käufe könnten Kunden das Fenster auch günstiger erhalten. Wer nicht oder weniger bezahlt, bei dem bleibt der Fernseher-Fenster eben schwarz, wenn keine neue App gekauft wird. Das Finanzierungsmodell der Zukunft.

Apple-Windows hätten gegenüber den Samsung-Smart-Windows noch einen entscheidenden Vorteil: die iCloud. Die Datenwolke wäre nicht nur immer im Zugriff sondern auch ständig zu sehen. Draußen wie drinnen. Windows und iCloud. Das Smart Window muss einfach von Apple kommen. Und vorher der Apple-Fernseher aus Smart-Window-Fensterglas.

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Weitere Themen: Apple TV, Apple TV (Fernseher), Steve Jobs, CES Las Vegas, CeBIT 2013, HDTV, Samsung


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