Apple-Gaming: Spielekonsole unwahrscheinlich - Spiele-Apps als Zukunftsmodell

Florian Matthey
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Könnte sich Apple in Zukunft mehr auf den Mac-Spielemarkt konzentrieren oder gar eine eigene Spielekonsole veröffentlichen? Ein Videospiele-Kolumnist hält das für unwahrscheinlich – glaubt aber an einen steigenden Erfolg von Spiele-Apps fürs iPhone, iPad und vielleicht auch fürs Apple TV.

Apple-Gaming: Spielekonsole unwahrscheinlich - Spiele-Apps als Zukunftsmodell

Tim Cooks Nicht-Besuch bei Valve

In den letzten Tagen sorgte die Meldung für Aufsehen, dass sich der Apple-CEO Tim Cook mit Vertretern des Spieleplattform-Betreibers Valve getroffen habe. Wenige Tage später dementierte Valve die Meldung: Niemand bei Valve habe Tim Cook getroffen, auch wenn man das sehr gerne täte. “Wir haben eine lange Liste an Dingen, von denen wir uns wünschten, dass Apple sie täte, um Spiele und Gaming besser zu unterstützen”, so Valves Mitgründer Gabe Newell.

So oder so steht es um den Mac-Spiele-Markt deutlich besser als noch vor einigen Jahren – vor allem auch seit es bei Valves Spiele-Plattform Steam auch Spiele für den Mac gibt. Noch viel mehr blüht der iOS-Spiele-Markt – weshalb Apple den iPod touch gerne wie eine Handheld-Spielekonsole bewirbt. Doch was kommt als Nächstes?

Eine Apple-Konsole ist unwahrscheinlich

Eben dieser Frage geht der Videospiele-Kolumnist Erik Kain für Forbes nach. Eine Videospielekonsole – die nach Apples wenig erfolgreichem 1990er-Experiment Pippin die zweite wäre – hält Kain für unwahrscheinlich: Das Risiko, einen vermeintlichen “Xbox-Killer” zu entwickeln, werde Apple nicht eingehen. Auch werde Apple nicht versuchen, Hardcore-Gamer vom PC zum Mac zu locken.

Zwar seien Macs dadurch, dass sich mittlerweile Windows auf ihnen installieren lässt, für Gamer interessanter geworden. Zwei verschiedene Betriebssysteme booten zu müssen, sei aber nicht sonderlich praktisch. Hinzu komme, dass ein Mac nicht wie ein PC aufrüsten oder gar individuell zusammenstellen lasse – und dass sich dies ändern werde, sei unwahrscheinlich.

Spiele-Apps als Zukunftsmodell

Allerdings werde Apple durchaus auf dem Spiele-Markt eine größere Rolle spielen – in erster Linie in Form von Mobil-Apps. Deren Markt wachse schon jetzt deutlich schneller als der herkömmlicher Videospiele, auch würden Smartphones und Tablets immer leistungsfähiger. Laut Nvidia sollen mobile Grafikprozessoren im Jahr 2014 so leistungsfähig sein wie der Chip der Xbox 360. Hinzu komme, dass Smartphone- und Tablet-Kunden ihre Geräte deutlich häufiger erneuern als Kunden einer Videospiele-Konsole – viele Mobil-Spieler hardwaretechnisch also immer auf dem neuesten Stand sind.

Sollte Apple in den Fernseher-Markt einsteigen, könnte es auch für diesen Apps und somit Spiele geben. Der “Casual Gamer” werde sich dann zweimal überlegen, ob er überhaupt zusätzlich eine Spielekonsole haben möchte, wenn sich Spiele doch ohnehin auf dem Fernseher installieren lassen. Hinzufügen könnte man der Einschätzung Kains, dass dies nicht nur für einen Apple-Fernseher, sondern für Apples Set-Top-Box Apple TV gelten könne – die dann letztendlich einer Spielekonsole ähneln würde.

Hinzu käme der Trend hin zu “Freemium”-Spielen, die kostenlos verfügbar sind – viele Inhalte lassen sich dann aber nur gegen Entgelt freischalten. Vor allem wegen dieser Titel ist Kain von der Entwicklung nicht sonderlich begeistert: Der ganze “Casual Gaming”-Trend gefalle ihm nicht, * rufe bei ihm keine Gefühlsregungen hervor. Er wünsche sich weiterhin “ernsthafte” Spiele – die in der Welt der Spiele-Apps hoffentlich weiterhin Bestand hätten.

Weitere Themen: Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog, Apple Special Event Oktober 2014, iTunes, iTunes für Mac, iOS, App Store, The Swift Programming Language – Handbuch , OS X Yosemite, iOS 7, Apple

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