Apple gegen Samsung: Experte sieht Verletzung der Apple-Design-Patente

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Auch in dieser Woche setzt sich die Verhandlung vor einem kalifornischen Gericht im Fall Apple gegen Samsung gegen Apple fort. Gestern kam Peter Bressler, ein von Apple engagierter unabhängiger Designer in den Zeugenstand, um darzulegen, dass und wie Samsung von Apple kopiert haben soll.

Apple gegen Samsung: Experte sieht Verletzung der Apple-Design-Patente

Peter Bressler war früher Präsident der Industrial Designers Society und ist heute Verwaltungsratsvorsitzender des Design-Unternehmens Bresslergroup. Apple hat den Designer für stolze 400 US-Dollar pro Stunde engagiert, um Ähnlichkeiten zwischen dem Design der Samsung-Produkte und dem des iPhone und iPad zu analysieren. Vor Gericht soll er den Beteiligten und vor allem den Geschworenen erklären, wie Designer arbeiten und warum Samsung Apples Design in rechtswidriger Weise kopiert haben soll.

Bressler erklärte, dass es nach seiner Auffassung einige Samsung-Smartphones und zwei Samsung-Tablets gebe, deren Design “substantiell dasselbse” wie das der Apple-Produkte sei, für die Apple Design-Patente hält. Es bestünde daher durchaus die Möglichkeit, dass Kunden die Geräte verwechseln.

Der Designer legte anhand mehrerer Samsung-Geräte dar, wie er zu dieser Auffassung kommt. Er erklärte auch, wie Industrie-Designer arbeiten: Sie seien geschult, sich auf viele kleine Details zu konzentrieren, die miteinander wirken um beim Verbraucher einen Gesamteindruck zu erwecken. Kunden mögen diese Details dann wahrnehmen, im Vergleich zum Gesamteindruck träten sie aber eher ins Unterbewusstsein zurück.

Das Argument, dass Apples Geräte wiederum einem Design-Patent von Sharp aus dem Jahr 2005 ähneln, wollte Bressler nicht gelten lassen. Dieses Gerät unterscheide sich in einem eben solchen wichtigen Detail von Apples Produkten: Die Vorderseite des Designs sei abgerundet und nicht, wie beim iPhone, flach.

Samsungs Design sei auch nicht der reinen Funktionalität geschuldet, wie der Apple-Konkurrent immer wieder behauptet: Wer sich andere Geräte anderer Hersteller ansehe, erkenne, dass es durchaus Design-Alternativen gebe. Auch habe Samsung seinen Tablets vor der Veröffentlichung des iPads ein deutlich anderes Design verpasst. Samsung hätten also mehrere Design-Varianten zur Verfügung gestanden, das Unternehmen habe sich aber für Designs entschieden, die den Apple-Produkten ähnlich – mutmaßlich zu ähnlich – sind. Entsprechende Beispiele lassen sich in einem PDF-Dokument einsehen.

Bressler musste sich auch den Fragen des Samsung-Anwalts stellen und im Rahmen dessen einräumen, dass er selbst keinen Fall kennt, in dem ein Käufer eines Samsung-Gerätes gelaubt habe, er würde ein Apple-Gerät erwerben oder umgekehrt. Der Anwalt befragte Bressler außerdem so lange nach dessen Design-Verständnis, dass Bressler sich letztendlich mit der frustrierten Antwort “Sie verlangen, dass ich Erdnussbutter mit Truthahn vergleiche” wehrte.

Als nächstes soll im Prozess eine alte Bekannte aus der Apple-Welt aussagen: Susan Kare, die Designerin der Icons des ersten Mac-Betriebssystems aus dem Jahr 1984. Kare hatte unter anderem das “Lachender Mac”-Icon erschaffen, das jeder Mac viele Jahre beim Bootprozess zeigte. Kare dürfte sich zu einem weiteren Apple-Argument in dem Gerichtsverfahren äußern, dem zufolge Samsung selbst die Icons des iPhone- und iPad-Betriebssystems iOS kopiert habe.

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