Apple gegen Samsung: Streit um Google-Mitarbeiter als potentielles Jury-Mitglied

Florian Matthey
12

Gestern begann die Hauptverhandlung eines der wichtigsten Apple-Patentverfahren gegen Samsung weltweit in Kalifornien. Anders, als zunächst geplant, waren die Beteiligten jedoch den ganzen Verhandlungstag damit beschäftigt, die Geschworenen auszuwählen. Unter ihnen gibt es einige interessante Vertreter.

Apple gegen Samsung: Streit um Google-Mitarbeiter als potentielles Jury-Mitglied

Aus zahlreichen Kandidaten musste das Gericht insgesamt zehn Geschworene auswählen, die letztendlich entscheiden sollen, ob Samsung Apple-Produkte rechtswidrig kopiert hat und ob Apple seinerseits mit seinen Produkten diverse Samsung-Patente verletzt. Die Richterin Lucy Koh erklärte den Kandidaten vorab, dass es sich um einen “sehr interessanten Fall” handeln werde.

Zu den Kandidaten gehörte “ein pensionierter Marine-Kryptologe mit einem Sohn, der Autorennen fährt”, ein “iranischer Pizza-Auslieferer, zu dessen Hobbies libertäre Politik gehört”, ein Ingenieur mit 125 Patenten und eine Frau, die eine eingetragene Vorschule betreibt, kein Mobiltelefon hat und “mit sozialen Medien nichts zu tun haben will”, so ein Artikel von PC World. Diese Kandidaten sorgten jedoch nicht für Verzögerungen.

Ein potentieller Geschworener war ein Apple-Mitarbeiter, der zugeben musste, dass er es gerne sähe, wenn sein Arbeitgeber gewinnt. Er schaffte es aufgrund dessen nicht in den Kreis der Geschworenen. Der Sohn eines anderen Kandidaten arbeitet bei Apple – in der Rechtsabteilung, was zu Gelächter im Gericht geführt haben soll. Nachdem der Kandidat von der langjährigen Apple-Affinität seiner Familie berichtete, strich ihn das Gericht ebenfalls aus der Liste.

Apple wollte ebenfalls einen Kandidaten ausschließen, der bei Google am Design von Benutzeroberflächen arbeitet – ebenfalls geht es im Patentkrieg letztendlich in erster Linie um Geräte mit Googles Android-Betriebssystem.

Die Richterin Koh wollte der Bitte Apples aber nicht nachgeben, nachdem der Kandidat versichert hatte, dass er neutral urteilen werde. Immerhin besitze er neben dem Samsung-Gerät Galaxy Tab 7 viele Apple-Produkte: Zwei iPads, einen iPod touch, ein MacBook Air, einen Mac mini und einen Mac Pro, auf der Arbeit benutze er ein MacBook Pro. Koh merkte an, dass der Mann “gut für die Volkswirtschaft” sei.

Als sich die Beteiligten letztendlich auf die zehn Geschworenen einigen mussten, wehrten sich Apples Anwälte erneut gegen den Google-Mitarbeiter. Koh wies die Beschwerde aber erneut zurück; sie hatte den Mann ausführlich befragt und fand keinen Grund, an seiner Neutralität zu zweifeln. Apple blieb dann nur noch die Möglichkeit, eine Anfechtungsmöglichkeit für ein Jury-Mitglied zu “verbrauchen” – was das Unternehmen auch tat, so dass es der Mann letztendlich doch nicht unter die letzten zehn schaffte.

Nachdem die Geschworenen gewählt waren, blieb nicht mehr genug Zeit für die Eröffnungsplädoyers beider Seiten – Koh hatte jeweils rund anderthalb Stunden angesetzt. Diese finden am heutigen Dienstag statt.

Weitere Themen: Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog, Apple Special Event Oktober 2014, iTunes, iTunes für Mac, iOS, App Store, The Swift Programming Language – Handbuch , OS X Yosemite, iOS 7, Samsung

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz