Apple: Gesteigerte Erforschung tragbarer Computer

Holger Eilhard
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Spätestens seit der Vorstellung der aktuellen iPod-nano-Generation dürfte klar sein, dass Apple es seinen Benutzern nahelegt, die Gadgets immer in unmittelbarer Reichweite zu haben. iPhone und iPod finden sich heutzutage in der Hosentasche und als Uhr am Handgelenk. Doch die Vernetzung der Hightech-Gimmicks ist derzeit so gut wie nicht existent.

Diese fehlende Verbindung könnte sich aber schon in naher Zukunft ergeben, wie der New York Times Journalist Nick Bilton schreibt. Sowohl Apple als auch Google arbeiten daran, zukünftige Gadgets besser miteinander zu verknüpfen. Das Stichwort: Tragbare Computer.

Das Smartphone ist heutzutage wohl der persönlichste technische Gegenstand in unseren Leben. Egal ob tagsüber in der Hosentasche oder in der Nacht als Wecker-Ersatz nur wenige Zentimeter entfernt auf dem Nachttisch. Muss man heutzutage noch in die Hosentasche greifen, könnte demnächst der Blick ans Handgelenk genügen, um die wichtigsten Informationen zu erhaschen.

Daher forschen beiden Unternehmen derzeit an kleinen, tragbaren Computern, die etwa an der Kleidung oder direkt am Körper getragen werden und mit dem Smartphone kommunizieren. Wie üblich gibt es hier verschiedene Denkansätze für die Realisierung.

Der realistischste existiert bereits und nennt sich iPod nano. Der kleine iPod mit Touchscreen findet schon seit längerem den Weg an die Handgelenke seiner Besitzer. Mit dem letzten Update hat Apple gezeigt, dass sie die Idee unterstützen und weitere virtuelle Zifferblätter in die Software integriert.

Noch etwas entfernt von der heutigen Realität ist ein von Bilton genannter iPod, der sich mit gebogenen Glas um den Arm wickelt und über die Spracherkennung Siri bedient wird. Mit der Entwicklung derartiger Prototypen sei eine “sehr kleine Gruppe von Apple-Mitarbeitern” beschäftigt. Diese Geräte sollen sich mit dem Smartphone verbinden und dieses als Sprungbrett zu den persönlichen Daten sowie ins Internet nutzen, um Informationen zu teilen oder zu organisieren.

Michael Liebhold, Forscher des Institute for the Future in Palo Alto, Kalifornien, sieht für die kommenden Jahre eine zunehmende Integration der virtuellen Realität in unser Leben. Dazu gehören Brillen mit integrierten Bildschirmen und möglicherweise auch Kontaktlinsen.

Erste Schritte in diese Richtung gibt es beispielsweise schon seit einigen Jahren in der Automobilbranche, in Form von so genannten Head-Up-Displays. Diese stellen Navigationsanweisungen, Geschwindigkeit, etc. im unmittelbaren Sichtfeld des Fahrers auf der Windschutzscheibe dar, damit der ablenkende Blick aufs Armaturenbrett entfallen kann.

Das Ziel der beiden Vorreiter, Apple und Google, für absehbare Zeit ist aber klar: Der Verkauf von mehr Smartphones und sonstigem Zubehör. Für Google ergibt sich darüber hinaus eine noch direktere Darstellungsmöglichkeit potentieller Werbeeinblendungen.

Für den Anfang wäre ein iPod nano, der einem beispielsweise immer die letzten Status-Updates der Freunde anzeigt, schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung.

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