Apple im Quadrat: Als der Cube vor 10 Jahren starb

Katia Giese
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Apple-Fans haben bekanntermaßen eine sehr emotionale Beziehung zu den Produkten ihres Lieblingsherstellers. Bei so mancher Schöpfung made in Cupertino weinen die Anhänger sogar noch zehn Jahre nach ihrer Einstellung ein paar Tränen nach. So schrullig und doch so wunderbar war die kleine Box, die von Apple Power Mac G4 Cube und von Fans ganz einfach “The Cube” genannt wurde.

Vor zehn Jahren genau ließ Apple die Fließbänder anhalten und stoppte die Produktion der kleinen Wunderkiste – und damit die Verkaufsversuche eines Flopps, wie man dem Cube nachsagte. Manch einer bringt die Erfahrungen aus Cube-Zeiten gar mit Apples Weichenstellung in Punkto Design in Verbindung: Nie wieder zeigten die Kreativen soviel Wagemut und Abweichung von der Norm wie bei diesem Exemplar.

Viele Fans dagegen lieben nach wie vor das extravagante Design und sehnen sich nicht selten nach alten, mutigeren Zeiten zurück. Denn wirkliche Quantensprünge macht Apple nicht mehr in seinen Produktgenerationen. Auch Steve Jobs scheint die Würfelform zu faszinieren. So war sein erster NeXT Computer in einer solchen Hülle und auch der Flagship Store in Manhattan beeindruckt nicht zuletzt durch seine perfekte geometrische Form.

Weniger zurücksehnen werden sich die Fans, die tatsächlich einen Cube auf ihren Schreibtisch stehen hatten, denn sie

erinnern sich vielleicht noch an das Gefühl in ihren Unterarmen. Apples Designer hatten offenbar nicht ausprobiert, welche leitenden Funktionen das Plastikgehäuse für die Vibrationen des CD-Laufwerks übernehmen kann. So war der Cube zwar von sich aus leise, spüren konnte man ihn dafür aber umso mehr. Und später sogar sehen – anhand der Risse in der Plastik.

Ähnliche Horror-Geschichten machten sich ebenfalls schnell rund um den Anschaltmechanismus breit, der sich leider als Fehlkonstruktion erwies. Am positivsten könnte man ihn noch als Vorläufer des Touchscreens bezeichnen – der jedoch leider auch auf Licht und Hitze reagierte und sich daher auch unbeabsichtigt startete. Ein gutes Jahr später zog Apple schließlich Konsequenzen und stellte nach einem Preissenkungsversuch die Produktion ein. Das Trauma jedoch blieb vorerst: Bei Apple, die bis zum Mac mini in 2005 keine kopflosen Macs mehr herstellten, und bei den Fans, die zögerliches Kaufverhalten mit nun konservativerem Design in Verbindung bringen.

 

 

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