Apple investiert in Alternativen: Sharp statt Samsung

Flavio Trillo

Die Balance von Angebot und Nachfrage für iPad und iPhone hängt zu großen Teilen davon ab, wie viele hochwertige LCDs ein Hersteller liefern kann. Bisher war es nur Samsung möglich, Apples Hunger zu stillen. Doch im Schatten der angespannten Situation zwischen den beiden Unternehmen gibt es erneut Hinweise auf eine Kooperation mit Sharp

Wie ein laues Mikrowellen-Abendessen scheint die Nachricht aus dem vergangenen Dezember aufgewärmt. Schon damals berichteten japanische Medien, dass Apple eine Investition in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar in neue Fertigungslinien plane.

Jetzt äußerte sich ein Analyst erneut zu den Vermutungen. David Rubinstein von MF Global hält es laut Reuters für “sehr wahrscheinlich, dass Apple eine Investition in Sharps Fabrik in Kamayema von ungefähr 1 Milliarde US-Dollar tätigen wird um die Belieferung mit Displays für iPhones und iPads sicher zu stellen”.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass Apple die Pläne für ein iPad-Upgrade noch in diesem Jahr offenbar wegen einem Mangel an preisgünstigen, hochwertigen Displays verworfen habe. Ein LCD mit der vierfachen Auflösung bei Verdoppelung der horizontalen und vertikalen Pixelanzahl konnte offenbar weder von Samsung noch LG oder Sharp zu den gewünschten Konditionen geliefert werden.

Sharp will kleine Displays bauen

Die Abwendung von Samsung scheint im Lichte der heftigen Auseinandersetzungen über ebendie Produkte, für die der koreanische Hersteller Bauteile produzieren soll, nur logisch. Sharp hatte zudem angekündigt, statt großer TV-Displays fortan hauptsächlich kleinere, für Tablets und Smartphones geeignete Anzeigemodule zu fertigen.

Der japanische Markt leidet nach wie vor unter den Erschütterungen des Erdbebens im vergangenen März. Eine starke Partnerschaft mit Produzenten wie Sharp oder Toshiba könnte der Industrie wieder auf die Beine helfen. Das hofft laut Reuters auch die extra eingerichtete Abteilung zur Belebung der Industrie des Handelsministeriums.

Apples interims-CEO Tim Cook hatte während der letzten Quartalskonferenz Maßnahmen angekündigt, die Balance zwischen Angebot und Nachfrage für das iPad zu erreichen. Ein neuer Lieferant, der zudem großvolumige Bestellungen annehmen kann, wäre dafür genau das richtige.

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