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Apple iPad revolutioniert die Welt, oder doch nicht?

Bernd Korz

Der Saal war schon 20 Minuten vor Eventstart nahezu proppenvoll. Das Interesse an diesem Event war enorm hoch und so auch die Erwartungen dementsprechend ins Unermessliche gewachsen. Apple macht es spannend, die Bühne ist in sanftes blaues Licht getaucht und strotzt vor Leere, nur ein Stuhl und ein Tisch stehen inmitten.

Die Augen sind also entspannt und für die Ohren liefert Apple ganz zweideutig „Like a rolling Stone“ von Bob Dylan. Alles ist, wie man es von Apple gewohnt ist: Weniger ist mehr.

Alles was Rang und Namen bei Apple hat ist vor Ort, so finden sich unter anderem Phil Schiller ebenso wie Tim Cook oder Al Gore ein.

Es wird ruhig, die Spannung ist nun am Höhepunkt angelangt, Steve Jobs betritt die Bühne und sein Charisma ist schier erdrückend. Alle noch so großen Erwartungen wollen gestillt sein, es hat aber den Anschein, dass er bestens gewappnet in diese Show zieht. Jobs weiss sich selbst und das Publikum erst einmal mit Zahlen in Fahrt zu bringen und verspricht gleich vorab ein wahrlich neuartiges und revolutionäres Produkt. Voller Stolz verkündet er aber zunächst einmal, dass vor wenigen Wochen erst der 250 Millionste iPod über den Ladentisch gegangen ist und in den bereits 284 Retailläden mehr als 50 Millionen Besucher einkehrten. Der Appstore biete mittlerweile 140.000 Programme an und in wenigen Wochen schon erwarte er den 3 Milliardsten Download.

Jobs erzählt voller Stolz und mit sanfter Stimme, dass Apple der größte Anbieter Weltweit für mobile Endgeräte sei. „Ob iPod oder iPhone, wir dominieren den Markt“. Auf einmal knallt es und ein buntes Treiben findet auf der Leinwand statt, die Stunde der Wahrheit hat soeben begonnen. Links das iPhone, rechts das MacBook – dazwischen ein großes Fragezeichen. iPad! So wird das Baby nun den Namen tragen ist geboren. Jobs weiss diesen Moment zu nutzen und genießt die Anspannung. Das Publikum scheint den Atem angehalten zu haben und ist kaum mehr zu halten. Da ist es, dünn, flach, schön, wie ein iPhone – nur größer halt. Wie sagt Jobs dazu: „ Es ist besser als ein Laptop, besser als ein iPhone und man kann es drehen wie man möchte.“. Ob Mails, Zeitung lesen, im Internet surfen. Jobs geht weiter ins Detail, zeigt wie sich die Bildergalerie nutzen lässt, er schaut einen Film und setzt sich nun hin. Wer schon ein iPhone sein eigen nennt wird sich also direkt heimisch fühlen.

Ob das iPad nun eine Revolution ist… naja, nicht wirklich, Jobs hat übertrieben, ehrlich gesagt sogar maßlos übertrieben. Es ist „geil“ (entschuldigung) aber es ist eben ein iPhone in Groß und das ist wahrlich keine Revolution, bestenfalls etwas cooles verbessertes. Apple weiss es halt, wie man Leute bei der Stange hält. Und zu diesem Zeitpunkt bleibt zu hoffen, dass Apple noch mehr liefert als das „revolutionäre“ iPad. Im Grunde ist wirklich überhaupt nichts neu am iPad. Alles ist schon da und auch alles war schon mehr oder minder so „verpackt“. Die Programme dafür sind das Salz in der Suppe, daran dürften keinerlei Zweifel bestehen, aber die kommen eben nicht von Apple, sondern von anderen und die sind es am Ende auch, die es “herausreissen”.

Sicher hat Apple die Software für das iPad angepasst, aber das ist ja auch das Mindeste, was man als Kunde erwarten darf, so muss man wenigstens nicht zu 100% sagen es ist ein iPhone in Groß, sondern hat wenigstens noch 1-2 Unterschiede, wobei man fast davon ausgehen kann. dass in iPhone OS 4.0 die meisten Änderungen ebenfalls funktionieren dürften. Microsoft könnte hier mit Slate wieder richtig punkten, die Vorgaben sind gemacht und wenn Microsoft sich ein wenig anstrengt wird die „Innovation“ iPad sicherlich schon bald in greifbarer Nähe sein. Anders sah das beim iPhone aus, eine solche Revolution war kaum zu toppen.

Die Spezifikationen des iPad:
A4 CPU aus dem Hause Apple mit 1GHz Taktung. 3G für die Verbindung nach draussen, 16,32 oder 64GB Speicher, 802.11n Wifi, Bluetooth 2.1+EDR. Mit 1,5 Pfund Gewicht, 9,7“ Display erreicht das Gerät eine Akkulaufzeit von bis zu 10 Stunden und bleibt im Standby-Betrieb einen Monat einsatzbereit. Die Leckerbissen dürften wie schon beim iPhone der Kompass sowie der Beschleunigungssensor sein.

Die Veröffentlichung ist für Juni 2010 geplant, so hat man noch die notwendige Zeit, ein ausgereiftes Produkt auf den Markt zu bringen. Mit einem Preis von US$ 499 (was auch der Euro Preis am Ende sein dürfte) bzw US$ 629 mit 3G und US$ 820 (für die teuerste Ausführung) wird das iPad sicherlich eine interessante Alternative auf dem Markt darstellen.

Alle Bilder in diesem Artikel sind freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Engadget

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