Apple Jahresrückblick 2012: Überraschungen aus Cupertino
Das Apple-Jahr 2012 bot viele Überraschungen, gleichermaßen wie Erwartetes. Wir halten Rückschau und fassen zusammen. Was verblüffte uns völlig, mit welchen Produktankündigungen konnte jedoch gerechnet werden?
Vorweg: Für Apple war es unzweifelhaft ein erfolgreiches Jahr. Zeitweise war der kalifornische Hersteller das wertvollste Unternehmen am Börsenhimmel, die Aktie erreichte ihren Höchststand, wenngleich sie jüngst auf den Frühjahrswert zurückfiel – Peanuts. Kurzum: Tim Cook und seine Mannschaft überzeugten zugleich Kunden als auch Shareholder. Apple funktioniert folglich ohne den Gründer, Visionär und ehemaligen CEO Steve Jobs. Doch wie lange noch?
Schließlich dürften fast alle Produkte dieses Jahres noch durch Jobs inspiriert worden sein. Für Tim Cook folgt demnach die eigentliche Reifeprüfung 2013. Gelingt es ihm die Firma langfristig zu neuen Ufern zu führen, eigenständig das nächste innovative Produkt einzuführen und somit vollständig aus dem Schatten des allgegenwärtigen Firmengründers zu treten?
Von Skandalen und Skandälchen blieb Apple auch im zurückliegenden Jahr nicht ganz verschont, es folgten interne Umstrukturierungen und formale Erklärungen. Genug um damit einen extra Artikel zu füllen. Diesen präsentieren wir unseren Lesern in der nächsten Woche. Heute dagegen stehen zunächst die eigentlichen Produktüberraschungen 2012 im Mittelpunkt.
iPad mini: Das Tablet was es nicht geben dürfte

Und tatsächlich, die Warteschlangen zum Verkaufsstart fallen vielerorts geringer aus im unmittelbaren Vergleich zum Start des iPads der dritten Generation. Behalten die Kritiker also recht? Mitnichten, im Laufe der Wochen entwickelt sich das iPad mini zum Bestseller und avanciert zum Hit im Weihnachtsgeschäft. Apple hat – mal wieder – Schwierigkeiten, die erforderlichen Mengen zur Verfügung zu stellen, Kunden müssen sehr frühzeitig bestellen, möchten sie das Tablet noch unterm Tannenbaum vorfinden. Die Anwender sind am Ende vom besseren App-Angebot und dem Gesamtpaket überzeugt. Das iPad mini – für uns eine echte Überraschung.
iPad 3 vs. iPad 4: Verkürzung der Produktzyklen
Nicht nur für Käufer eines iPads der dritten Generation war die Vorstellung eines aktualisierten iPads im Herbst dieses Jahres eine echte Überraschung. Das „iPad 3“ wurde – wie erwartet – im März 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt. Ausgestattet erstmals mit einem Retina-Display und einem besseren Prozessor (A5X), vollzog der Nachfolger des iPad 2 einen Leistungssprung, derweil blieb es bei der grundsätzlichen Formgebung. Mit einem neuen Modell, rechneten die Käufer erst wieder 2013, schließlich konnte man sich bei Apple auf die Jahresplanung doch verlassen.

Diesbezüglich war die Einführung des iPads der vierten Generation ein halbes Jahr später ein unerwartetes Husarenstück. Angesichts des frühzeitigen Wertverlustes der vorigen Produktreihe rief dieses Tun Bestürzung und Wut bei den betroffenen Kunden hervor. Ab sofort ging oder geht man davon aus, dass Apple in Zukunft die Produktzyklen verringern möchte, um somit flexibler auf die Konkurrenz reagieren zu können. Schon jetzt gibt es Voraussagen für neue iPads (auch iPad mini) für das Frühjahr 2013.
Wir sind skeptisch, hierzu ein Gedankenspiel: Das aktuelle iPad erhielt erneut einen schnelleren Prozessor (A6X) und den neuen Lightning-Anschluss – mehr nicht. Die Form blieb auch hier unverändert. Hätte man dieses Modell dem Jahresrhythmus zufolge erst im Frühjahr 2013 vorgestellt, wäre die Enttäuschung vorprogrammiert gewesen. Da erscheint es sinnvoller, eben dieses Modell „unbemerkt“ begleitend zum iPad mini vorab einzuführen. Dieses Vorgehen erlaubt ferner die Umstellung auf eine zukünftige Herbstplanung – äquivalent zu den iPods. Kürzere Produktzyklen bedeuten für Apple unterm Strich höhere Kosten, warum sollte man angesichts des komfortablen Marktvorsprungs sich auf ein solches Unterfangen einlassen?
iPod touch und iPod nano: Überraschung im Detail

Ebenso verblüfft zeigen wir uns vom neuen iPod nano, freilich nicht im positiven Sinne. Anstatt das Design des quadratischen Vorgängers konsequent in Richtung Smartwatch für das iPhone weiterzuentwickeln, präsentiert uns Apple einen iPod, der so frisch und innovativ wirkt, wie ein altbackenes Brötchen. Für uns die langweiligste Produktvorstellung 2012.
Airport Express und Apple EarPods: Zwei Klassiker im neuen Gewand
Die AirPort Express Basisstation blieb nahezu unverändert acht Jahre (seit 2004) bei Apple im Programm. Abgesehen von neuen WLAN-Standards gab es auch keinen wirklichen Grund, das Design zu ändern. Insbesondere die Formgebung als Stecknetzteil war ungeheuer praktisch, und die AirPlay-Fähigkeit erfreute die Nutzer. So erhielt AirPort Express 2008 auch nur ein kleines, rein technisches Update (WLAN nach n-Standard).
Vier Jahre später erscheint die AirPort Express Basisstation vollkommen unerwartet im neuen Gehäuse. Fortan orientiert sich die Form am Apple TV, das praktische Stecknetzteil ist Vergangenheit. Schade, eine Neuerung die eigentlich so nicht notwendig gewesen wäre.

Aktuell liegen sie nur noch dem iPod shuffle, dem iPod touch der vierten Generation und dem iPhone 4/4S bei, die restlichen iPods und iPhones erhielten mit den neuen Apple EarPods überraschend einen adäquaten Nachfolger. Speziell geformte Hörmuscheln sorgen für einen besseren Sitz und Klang – hoffen wir, dass den EarPods ein langes Leben beschieden ist.
Erwartungsgemäß: iPhone 5, iOS 6, iPod shuffle, OS X 10.8, MacBooks, iMacs, Mac mini und Mac Pro und Apple TV
Weniger überrascht wurden wir von den folgenden Produktneuheiten, Apple erfüllte mit ihnen größtenteils die Kundenerwartungen und folgt dem Beispiel der technischen Evolution.



Keine Überraschung bot zudem der Mac Pro: Es gab nur ein lächerliches Prozessor-Update. Laut Apple können wir aber 2013 mit einem gänzlich neuen Modell rechnen – Zeit wird's.

Bildquellen: Apple




