Apple-Mitarbeiter proben den Aufstand

Sebastian Trepesch
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Eigentlich soll es ein erfreuliches Wochenende für Apple und die Retail Stores werden – das 10-jährige Jubiläum der Geschäfte steht an. Wie jetzt bekannt wurde, wollen sich US-Mitarbeiter als Arbeitnehmervertretung organisieren – und weisen die Öffentlichkeit  auf ihre schlechte Behandlung und Bezahlung hin. Ihre Aussage klingt fast wie eine Kriegserklärung an den Arbeitgeber – der jedoch nicht für alle Belange verantwortlich gemacht werden kann.

Die Mitarbeiter greifen ihr Unternehmen Apple mit dessen eigenen Waffen an: “Unsere wichtigste Ressource, das Herz, sind bei Apple unsere Mitarbeiter”, zitiert die noch fast leere Webseite der Initiative die Einstellung des Elektronikkonzerns, und feuert hinterher: “Unsere Zeit ist gekommen.”

Macworld hat gestern ein Schreiben bekommen, in dem Mitarbeiter ihre Pläne für eine Gewerkschaft “Apple Retail Workers Union” mitteilen. “Wir arbeiten in einem der anspruchvollsten Bereiche des Einzelhandels”, so der Text in der Mail. Doch Behandlung und Bezahlung seien unfair. “Wir haben besseres verdient.” Ihre Mitteilung ist nicht nur als Aufruf an die Beschäftigten, sondern auch als Information an Käufer von Apple-Produkten adressiert.

In der Tat müssen viele Apple-Mitarbeiter besser ausgebildet sein als Kollegen in anderen Sparten des Einzelhandels. Sie sind nicht nur Verkäufer, sondern bieten Dienstleistungen wie Trainingssitzungen oder technischen Support. Konkurrenz wie Microsoft zeigt sich an den Beschäftigten nicht uninteressiert. Das Konzept aus der Kombination von Verkauf, Präsentation, Service und Training wurde von ein paar Monaten sogar von der Industrial Designers Society of America ausgezeichnet.

Die Meldung um die Arbeitnehmervertretung kommt kurz vor dem Geburtstag der Retail Stores. Von Samstag auf Sonntag sollen in den Apple-Geschäften umfangreiche Umbauarbeiten aufgrund des Jubiläums stattfinden – nicht nur in den USA, sondern auch in anderen Ländern. Eines der Gerüchte in diesem Zusammenhang ist, dass jeder Angestellte im Store ein iPad bekommen solle.

Über mangelnde Technikausstattung können sich die Mitarbeiter also nicht beschweren. Die Verhältnisse in den Apple-Stores sind trotzdem alles andere als paradiesisch – was aber nicht unbedingt am Arbeitgeber liegt. Ein Angestellter gab im Februar Außenstehenden Einblicke in den Arbeitsalltag bei dem US-Konzern: „Noch nie in meinem Leben wurde ich so schlecht behandelt.” Schuld daran seien Kunden, die mit völlig zerstörten oder überalterten Geräten kommen und im Store fluchten und heulten.

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