Apple-Patent: Das Sonnenbrillen-Display

Sebastian Trepesch
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Die Bildschirme der Apple-Geräte wie iMac, MacBook oder iPad entzweien die Gemüter. Sie zeigen einerseits ein schönes Hochglanzbild, in dem sich der Betrachter andererseits selbst spiegelt. In der Sonne und bei hellem Hintergrund lässt sich auf dem Display nicht mehr viel erkennen. Trotzdem: Apple hat sich eine Sonnenbrillen-Lösung vorgenommen.

Wir konnten es gerade nicht ausprobieren, doch offensichtlich mögen sich LCD-Displays und polarisierte Sonnenbrillen nicht, ein mangelhaftes Bild soll sich ergeben. Grund: Auch LCD-Oberflächen haben einen Polfilter. Und diese Filter absorbieren vereinfacht ausgedrückt Streulicht. In einem von Appleinsider gefundenen Patentantrag nennt Apple einen Ausweg für dieses Problem der doppelten Filterung: Ein Flüssigkristalldisplay, das einen zirkularen Polarisationsfilter,

und zwar über und unter dem Displayschichten, integriert hat. Laut dem Dokument nutzen aktuelle LCDs gewöhnlicherweise lineare Polfilter. Ein Einsatz dieser Technik ist also eher für das iPhone, als für den iMac vorstellbar – vor dem Standrechner sitzt man selten mit Sonnenbrille.

Ob die Technologie auch die Reflexionen auf den Hochglanz-Bildschirmen reduziert? Oder hat Apple andere Planungen, die Produkte spiegelfreier zu gestalten? Denn durch das Spiegelbild es es schwer möglich, Geräte wie iPad oder MacBook im Freien einzusetzen. Den Hochglanz-Bildschirm, schon ein paar Jahre im Programm, bewirbt Apple als “Widescreendisplay mit Hochglanzanzeige, auf dem alles großartig aussieht.” Aktuell gibt es nur bei ganz wenigen Produkten ein “blendfreies Display” als Konfigurationsmöglichkeit. 150 Euro Aufpreis kostet die Alternative zum Spiegel beim MacBook Pro 15 Zoll, beim 13-Zoll-Modell ist sie überhaupt nicht verfügbar. Manche Nutzer verwenden auf ihrem Bildschirm eine aufgeklebte Folie, um die Reflexionen zu reduzieren.

Rob Galbraith, Geschäftsführer einer Fotografenschule, sagte zu Apples Displays: “Glossy taugt nichts – zumindest nicht für die tägliche Fotobearbeitung.” Eine  australische Universität hat sogar vor Hochglanz-Displays gewarnt. Die seltsame Begründung: Um die Reflexionen zu vermeiden, könne der Anwender in eine ungesunde Körperhaltung gezwungen werden, was auf Dauer zu Haltungsschäden führen könne. Auch die deutsche Bildschirmarbeitsplatzverordnung schreibt vor: “Der Bildschirm muss frei von störenden Reflektionen und Blendungen sein.” Dass Arbeitsplatz-Displays entspiegelt sein müssen, davon steht dort nichts. Vielleicht reicht zur Vermeidung von Reflektionen auch ein Verdrehen oder Kippen des Monitors – oder des Anwenders.

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