Apple Patent für kontextsensitive Sprachbefehle

Rifkin Zaroc
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Ein bereits 2009 angemeldetes Patent von Apple soll die Fähigkeiten des iPhones verbessern, mit gesprochenen Befehlen Apps zu steuern. Die Sprachbefehle sollen ausschließlich programmspezifische Aktionen zuverlässig auslösen. Außerdem können so Apps den Nutzern die gerade gewählte Anwendung nennen. Apple hält die Sprachbefehle für effizienter als die Fingersteuerung.

Das Patent für die kontextsensitive Sprachsteuerung wurde laut AppleInsider erst jetzt bekannt. Zwar lassen sich iPhone und iPod touch bereits mit gesprochenen Befehlen steuern (Telefonanruf und iPod-Player, Aktivierung durch Drücken des Home-Buttons für drei Sekunden), doch anwendungsspezifische Befehle könnten mit der patentierten Technologie besser integriert werden und damit zuverlässiger ausgeführt werden, heißt es in der Patentschrift.

Die Technik beruht auf einer Kombination von manuellen und sprachlichen Befehlen, die von Anwendung zu Anwendung verschieden sein kann, jedoch immer eindeutig ist. Das Prinzip ist einfach: Der Umfang der möglichen Befehle innerhalb eines Anwendungsbereichs ist beschränkt, so dass die Wahrscheinlichkeit der korrekten Ausführung größer ist. Nach dem Finger könnte die Sprache so zum Bedienwerkzeug zukünftiger Apps werden. Apple glaubt, dass durch anwendungsspezifische Sprachbefehle Nutzer in den Miniprogrammen schneller zum Ziel kommen, als sich mit dem Finger durch Menüs zu tasten. Gerade für Anwendungen wie Mail lassen sich Szenarios denken, dass ein Autofahrer während der Fahrt per Sprache Mail aufruft, den Adressaten wählt, den Inhalt diktiert und per Sprachbefehl die Mail abschickt.

Die kontextsensitive Sprachsteuerung sollen App-Entwickler über eine entsprechende Programmierschnittstelle (API) einbauen können. Laut Patent ist die Methode nicht nur auf Touchscreen-Anwendungen beschränkt, sondern könnte auch in Macs und “traditionellen Computern” genutzt werden. Ähnlich wie jetzt mit eingeschalteten Voice-Over-Sprachinformationen sollen Nutzer erfahren, welche Anwendung sie gewählt haben und welche Sprachbefehle ihnen dort zur Verfügung stehen. Diese können ihnen auf dem Display angezeigt oder vorgelesen werden.

Patent und Anwendung sind insofern interessant, als dass Apple im April 2010 den App-Entwickler Siri übernommen hat. Von Siri stammt eine freie App im US-iTunes-Store, die englischsprachige Befehle wie “What’s happening this weekend around here?” mit einer Liste von örtlichen Veranstaltungen erfüllt.

Fährt der Nutzer mit “How about Berlin” fort, wechselt die Ergebnissliste entsprechend. Dem Sprachbefehle ausführenden (oder auch nicht) Supercomputer HAL aus dem Film 2001: Odyssee im Weltraum kommen wir mit Apple immer näher.

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