Apple-Software ohne Karton, Snow Leopard fast ausverkauft

Flavio Trillo
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Langsam aber sicher verabschiedet Apple sich von dem anachronistischen Brauch, Programme auf Medien und in Pappschachteln zu verkaufen. Als im Juli bereits für eine Reihe von Titeln das Ende der Verpackung bekannt gegeben wurde, bahnte sich die jetzige Mitteilung an Bildungseinrichtungen an. Letzter Aufruf für alle, die Programme lieber mit Datenträgern kaufen.

Dank Mac App Store ist bereits eine Vielzahl von Apple-Programmen in virtueller Form erhältlich. Allen voran das aktuelle Betriebssystem, OS X Lion, das von Beginn an ohne DVD und ausschließlich als Download ausgeliefert wurde. Inzwischen kann im Apple Online Store ein Lion-USB-Stick erworben werden, auf dem sich eine Kopie des Systems befindet.

Doch Programme wie iLife, iWork, Apple Remote Desktop oder Aperture sind künftig ebenfalls nicht mehr mit DVD und Schachtel erhältlich. Dies kündigte ZDNet zufolge eine “große Bildungseinrichtung” in einer Rund-E-Mail an ihre Kunden an. “Mit begrenzten Ausnahmen” werde Apple den Versand verpackter Software an “Campus-Reseller” einstellen.

Noch können Interessenten die Restbestände abräumen, doch es kommen keine Verpackungen nach. Dies gilt laut einer von Apple ausgegebenen Liste, die 9to5Mac vorliegt, für folgende Produkte:

  • Mac OS X Snow Leopard
  • Mac OS X Snow Leopard Server
  • iLife
  • iWork
  • Aperture
  • Apple Remote Desktop
  • Xsan
  • GarageBand Jam Packs

Mit Ausnahme der GarageBand Jam Packs sind all diese Titel nun ausschließlich im Apple Online Store erhältlich. Die andere große Ausnahme bilden Logic Studio und Logic Express. Die Profi Tools werden weiterhin inklusive Karton angeboten und so auch an die Händler verteilt. Möglicherweise ändert sich das, sobald die Programme mit dem nächsten Update ebenfalls über den Mac App Store verkauft werden.

So erreicht auch Snow Leopard das Ende seiner Verkaufslaufbahn, sofern Apple sich nicht dazu durchringt, das letzte System mit Unterstützung für PowerPC-Apps im Legacy-Modus (“Rosetta”) auch im Mac App Store anzubieten. Viele hatten bei der Aussicht, keine physischen Datenträger mehr mit Betriebssystem und Software zu erhalten, mit Widerwillen reagiert.

Die Vorteile der rein digitalen Distribution liegen einerseits in der verringerten Abfallerzeugung durch fehlenden Pappschachteln. Außerdem spart der Konzern hierdurch die Kosten für Logistik und Lagerung. Dafür hat man bei einem Systemausfall eventuell nicht mehr so einfach und schnell die Möglichkeit, alle Programme wieder einzuspielen und muss vorher viele Gigabyte aus dem Internet laden. Insbesondere User, die nicht mindestens mit DSL-Geschwindigkeit surfen, werden dabei benachteiligt.

Hierzulande funktioniert der Vertrieb an Angehörige von Bildungseinrichtungen in der Regel nicht über separate “Campus Reseller” sondern direkt über den Apple Online Store.

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