Apple Store Berlin am Ku'damm: "In Berlin werden sie ausflippen"

Marie van Renswoude-Giersch
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Je weiter man vom Berliner Breitscheidplatz und all seinem Trubel in Richtung Olivaer Platz läuft, desto luxuriöser werden die Geschäfte. Hat man erstmal die Fasanenstraße überquert, flaniert man an den schickeren Adressen vorbei. Auf der Höhe des Ku’damms mit der Hausnummer 26 befindet sich ein Prachtbau, früher war es ein Kino. Hier soll demnächst ein Apple Store eröffnen – macnews.de hat schon mal hineingeschaut.

Die Gerüchte sind nun mehr oder weniger bestätigt. Die Hauptstadt bekommt endlich auch einen Apple Store. macnews.de hat recherchiert und zunächst in schwarzverhüllte Schaufenster geblickt. Mit Hilfe der Infos vom zuständigen Immobilienmakler, einigen Grundrissen und Innenaufnahmen können sich unsere Leser jedoch ein erstes Bild vom neuen Super-Store machen.

Das Haus am Kurfürstendamm 26 war ursprünglich als Kino konzipiert. 1913 unter dem Namen Union-Palast als eines der ersten reinen Lichtspielhäuser Berlins eröffnet, gehörte es ab 1924 zur UFA. Neben einem Kinosaal, der 850 Sitzplätze bot, beherbergte das Gebäude auch noch das Café des Westens.

Nach dem Krieg bekam das Haus den Namen “Haus Wien” oder “Filmbühne Wien” und blieb weiterhin Ort für Film-Premieren und erlebte den Übergang vom Stummfilm zum Kino, wie wir es heute kennen. Auch die Berlinale hat hier kurze Zeit stattgefunden. Doch im April 2000 fiel der letzte Vorgang. Das traditionsreiche Kino wurde aufgrund von Besuchermangel geschlossen und durch den Privatinvestor Uwe Glien für 7,5 Millionen Euro zu einem Geschäftshaus umgebaut. Angeblich auch wegen eines Rechtsstreits über Mängel während des Umbaus wurden die Räumlichkeiten seitdem nur noch sporadisch genutzt – zunächst vom Kaufhaus C&A und später für eine Dali-Ausstellung, die jedoch mittlerweile an den Leipziger Platz umgezogen ist. Bis vor kurzem konnte man hier noch in einem eingerichteten “Temporary Showroom” zeitgenössische Kunst aus der Visage Galerie bewundern.

Und noch einen weiteren Untermieter konnte macnews.de ausfindig machen. Auch der Microsoft Showroom kampierte hier im September 2007 und präsentierte Produkte des “Digital Lifestyle”. Und genau jener soll, nun verkörpert durch die Produkte Apples, bald wieder einziehen. Noch in diesem Jahr will man Gerüchten zufolge die Eröffnung eines Apple Stores feiern. Auf der Webseite kurfuerstendamm.de war ein entsprechender Vermerk über die geplante Neueröffnung zu lesen. So wollte die Seite aus zuverlässigen Quellen erfahren haben, dass Apple “seinen deutschlandweit größten Apple Store” in den traditionsreichen Gemäuern eröffnen wird – dieses Jahr übrigens. “2011 plant das amerikanische Computerunternehmen Apple die Eröffnung eines großen Showrooms in diesem Haus”, berichtet das Magazin “125 Jahre Kurfürstendamm/Das Magazin zum Jubiläum” (vielen Dank an unseren Leser Benni, der uns den Ausschnitt zukommen hat lassen).

Zuständig für die Vermietung ist ahg.immobilien Frankfurt. Die Vermietung an Apple schildern sie auf ihrer Seite folgendermaßen: “In Berlin betreuten wir das “Haus Wien”, direkt am Ku’damm, im Alleinauftrag. Ca. 5.000 m² Top-Retailflächen in bester Lage nahe Gedächtniskirche wurden nun komplett als Flagship-Store an Apple vermietet.”

Die Baugenehmigungen, auf die man Anfang des Jahres noch wartete, dürften mittlerweile vorliegen. Auf Anfrage hin bestätigt Boris Kupsch, Geschäftsführer von kurfuerstendamm.de, gegenüber macnews.de, dass der Store Anfang Mai an Apple übergeben wurde. Bis zu 10 Millionen Euro sollen für den Umbau investiert werden. Von den Arbeiten im Inneren lässt sich allerdings nichts mehr erkennen. Die sonst gläsernen Vorbauten im Erdgeschoss sind seit ein paar Tagen komplett mit einer schwarzen Folie verkleidet. Welches Unternehmen würde man solch eine Geheimniskrämerei zumuten, wenn nicht Apple? Passend dazu gibt es bisher auch weder eine offizielle Bestätigung des Elektronikkonzerns, noch einen vermeintlichen Eröffnungstermin. Auf der Seite kurfuerstendamm.de wird der Apple Store bereits unter “Neueröffnungen demnächst” gelistet. Laut Kupsch ist die Ladeneröffnung noch vor Weihnachten geplant. Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, stellt er allerdings in Frage. So sollen die Räumlichkeiten zwar einen guten Ausbauzustand aufweisen, dennoch wird noch einiges zu tun sein, um den Laden auf “Apple-Store-Design zu bringen. In einem Shopping Guide zum Ku’damm findet man die Info “Eröffnung Ende 2011″.

Weiterhin bleibt die Frage, was man vom Berliner Apple Store erwarten darf. Von der Größe her dürfte der Eindruck beim Eintreten gewaltig sein. Zum Vergleich: Der Standort in der Kölner Ehrenstraße 100, ebenfalls als neue Adresse Apples gehandelt, würde mit rund 440 m² mehr als zehn mal in den Berliner Store mit seinen vier Verkaufsebenen hineinpassen. Besonders in dem acht Meter hohen Kinosaal, der vom zweiten bis ins vierte Obergeschoss ragt, werden die Produkte zur Geltung kommen. Der weltweit größte Store befindet sich übrigens derzeit in Covent Garden, London.

Da das ehemalige Haus Wien unter Denkmalschutz steht, muss Apple sich bei der Einrichtung des Stores arrangieren. Sowohl die schmucke Fassade als auch der Kinosaal werden weitgehend in ihrem ursprünglichen Zustand beibehalten werden müssen. Die tempelartige Fassade mit ihren vier mächtigen, ionischen Säulen, dem Dreiecksgiebel sowie dem durch Skulpturen geschmückten seitlichen Anbau sollte auch für einen Apple Store repräsentativ genug wirken. Aber gerade die gläsernen Schaukästen vor dem Haus scheinen wie gemacht für den Konzern, der für seine Stores doch gerne gläserne Fassaden oder auch vorgelagerte Würfel wählt. Für die Nutzung des großen Zuschauerraums wird man sich etwas ganz besonderes überlegt haben. Denkbar wären hier groß angelegte Produktpräsentationen oder Workshops.

Noch in diesem Jahr wird das Geheimnis gelüftet werden. Folgendes Zitat eines niederländischen Apple-Mitarbeiters klingt schonmal sehr vielversprechend. Dieser soll laut Kupsch zum neuen Apple Store am Ku’damm gesagt haben: “in Berlin werden sie ausflippen”.

Fotos: macnews.de, Microsoft Showroom Berlin, ahg.immobilien Frankfurt

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