Apple Store Dresden: Résumé

Sven Kaulfuss
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Seit letztem Donnerstag erfreut sich Dresden über die Existenz des ersten Apple Stores in hiesigen Gefilden – macnews.de berichtete im Vorfeld und live von der Eröffnung. Im Rückblick gehen wir der Frage nach, wie die neue Verkaufsstätte bisher beim Publikum und den bisherigen Mitbewerbern aufgenommen wird und spekulieren über die Erfolgsaussichten. Ein Bericht aus Sachsens Landeshauptstadt.

Dresden entwickelt sich in den letzten Jahren vermehrt zum Einkaufsparadies, besonders die Innenstadt profitiert von diesen Ambitionen. Erst im September 2009 eröffnete mit großer Spannung die Centrum Galerie – ein Einkaufstempel, der mit seiner Größe und Gestaltung den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht. Dem folgte nun der Neubau der erweiterten Altmarkt-Galerie – nur einen Steinwurf von der konkurrierenden Centrums Galerie entfernt. Dresden verfügt aktuell schon deutlich über mehr Einkaufsfläche pro Einwohner, als der bundesweite Durchschnitt. Nicht wenige Einheimische haben das Gefühl, dass es der Elbflorenz eher an Arbeitsplätzen mangelt, als denn an Einkaufsmöglichkeiten. Doch sollen vor allem nicht nur Dresdens „Ureinwohner“ die neuen Tempel des Kommerzes nutzen, insbesondere Kunden aus dem Umland und auch ausländische Gäste aus dem benachbarten Tschechien und Polen sollen ihren Weg in die sächsische Landeshauptstadt finden. Dies dürfte wohl einer der Hauptgründe für die Entscheidung Apples gewesen sein, einen eigenen Store in diesem Umfeld zu eröffnen. Gegenüber der Sächsischen Zeitung begründet Apples Pressesprecher Georg Albrecht die Wahl daher wie folgt: „Wir suchen immer nach Locations, die von der Umgebung zu uns passen, bei denen insbesondere mit einem hohen Besucheraufkommen zu rechnen ist. Das ist hier ideal.“

Der Erfolg gibt dem Hersteller bisher Recht, die Eröffnung am letzten Donnerstag war nicht nur für Apple ein voller Erfolg. Lange Schlangen vor der Altmarkt-Galerie, Apple-Fans die teils schon seit dem Vortag ausharrten und die allseits bekanten Bilder motivierter Mitarbeiter und Kunden gingen um die Welt. Im Vergleich mit den bisherigen Eröffnungen zieht Albrecht daher ebenso ein positive Fazit: „Das ist wie damals in Frankfurt” wird das Sprachrohr Apples bei der DNN zitiert. Apropos „lange Schlangen“, dieses Phänomen vor den Toren der Altmarkt-Galerie entging dem Autor dieser Zeilen. Nutze er doch schon vor acht Uhr den freien Zugang zum Shoppingcenter über den Eingang direkt am Altmarkt, Ecke Wilsdruffer Straße. Unbehelligt und nur „bewaffnet“ mit einer SLR-Kamera konnte er dem großen Andrang entgehen und im Inneren direkt vor dem Apple Store der großen Eröffnung entgegensehen.


Der Apple Store in der Dresdner Altmarkt-Galerie am vorigen Samstag.

Doch wie wurde der Apple Store abseits des zu erwartenden Trubels im Zuge der Einweihung angenommen? Ein Besuch am Samstagnachmittag verschaffte Klarheit: Volles Haus! Mit diesen kurzen Worten lässt sich die Situation am Wochenende treffend beschreiben. Zahlreiche Besucher nutzen die Gelegenheit um sich im Store beraten zu lassen, nahezu jeder Präsentationstisch war umlagert vom schau- und kauflustigen Publikum. An dieser Stelle zeigt sich auch die Stärke des Apple Stores, trotz des hohen Aufkommens waren genügend Mitarbeiter im Einsatz um beratend tätig zu werden. Da Apple im Direktvertrieb konsequent eine sehr hohe Marge erzielen kann, ist es für den Hersteller und Händler in Personalunion ein Leichtes, mit schierer Personalstärke zu glänzen – einer der Vorteile gegenüber den ansässigen Mitbewerbern. Ein weiterer Vorzug ist nachweislich die bessere Warenverfügbarkeit, willige Käufer eines iPad 2 können dies bestätigen.

Apropos Mitbewerber, welche gibt es und wie stellen sich diese der neuerlichen Wettbewerbssituation? Direkt in der Altmarkt-Galerie im Obergeschoss befindet sich der vergrößerte Saturn-Markt. Dieser beherbergt eine, dem Shop-in-Shop-Konzept folgend, Apple-Ecke – nicht sonderlich voluminös ausgestattet. Gerade einmal zwei Tische mit Apple-Hardware und Zubehör offeriert der Händler. Saturn nutzt vor allem den Preisvorteil, um sich gegenüber Apple abzugrenzen, so konnte man beispielsweise am Wochenende ein aktuelles MacBook Pro (13 Zoll) mit Core i5-Prozessor für günstige 999 Euro erwerben.

Diesem Konzept schließt sich auch der Media Markt in der benachbarten Centrums Galerie an, obgleich hier etwas mehr Platz für Apple gemacht wurde. Ob diese Situation auf Dauer bestehen kann, vermag auch nur Apple zu beantworten – verantwortet der Hersteller doch in beiden Märkten die angesprochene Shop-in-Shop-Lösung.

Wer dagegen lieber beim Fachhändler kauft, wird auch in Dresden fündig. Unweit der Altmarkt-Galerie, gelegen in der Maxstraße (in circa 1,5 Kilometer Entfernung) können Kunden auch beim Apple Premium Reseller (APR) a.s.t.i einkaufen. Schon seit 1992 bietet der Händler Apple-Lösungen für den hiesigen Markt. Besonders Stamm- und Geschäftskunden werden dem alteingesessenen Händler wohl auch in Zukunft die Stange halten. Ähnlich dürfte es Cyberport ergehen. Viele Mac-User kennen Cyberport vor allem als Online-Händler, nichtsdestotrotz besitzt die Firma bundesweit auch insgesamt vier Ladengeschäfte. Eines davon im etwas dezentral gelegenen Stammhaus im Waldschlösschenareal. Zwar bietet die Firma nicht nur Apple-Produkte an, sondern versteht sich vielmehr als Vollsortimenter, dennoch wurde und wird der Dresdner Händler seit seinen Anfangstagen vor über 11 Jahren vor allem mit Apple in Verbindung gebracht.

Wie nimmt man dort die Nachricht vom neuen Apple Store auf? macnews.de sprach mit Danilo Frasiak, seines Zeichens Leiter Produktmarketing und Einkauf. Er sieht die Stärke Cyberports vorrangig im Zubehörangebot und freut sich über etwaige Multiplikator-Effekte, so beschreibt er: „Wir freuen uns über die Eröffnung des Apple-Stores in der Dresdner Innenstadt. Dies wird die Wahrnehmung für die Produkte von Apple in Dresden deutlich verbessern, was die Nachfrage ebenfalls steigern wird. Davon wird Cyberport profitieren, da wir neben Apple Hard- und Software ein umfangreicheres und jederzeit aktuelles Zubehörsortiment und darüber hinaus ein breites Produktsortiment an passender Peripherie, wie Displays, Drucker, Festplatten und vielem mehr, von führenden Markenherstellern anbieten.“ Ferner sieht er einen Vorteil darin, dass Cyberport neben Apple auch weitere Produktbereiche offeriert: „Darüber hinaus umfasst das Cyberport Sortiment ein umfangreiches Produktportfolio in den Bereichen Notebooks, PCs, Digicams, Smartphones, Handys, Navigation, Fernseher, Home Entertainment sowie Haushalt-Produkte. Damit können wir unseren Kunden alles aus einer Hand bieten und das zusammen mit einem umfangreichen Service- und Beratungskonzept.“


Apple-Bereich im Dresdner Cyberport Store

Zusammenfassend kann man festhalten, dass der neue Apple Store für eine Belebung des Apple-Marktes in Dresden sorgt. Apple selbst profitiert in erster Linie von der hohen Personalzahl, der teils besseren Verfügbarkeit und dem allgemeinen Marken-Effekt. Die Mitbewerber werden und können sich vor allem über Preis und individuelle Beratungsleistung abgrenzen. So oder so, den Kunden freut es, denn schließlich belebt echter Wettbewerb nachhaltig das Geschäft.

Anmerkung: Der Autor des Artikels arbeitet nicht nur als Redakteur für macnews.de, sondern steht ferner in einem Arbeitsverhältnis mit der Cyberport GmbH in Dresden.

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