Apple Stores: Vorwurf der Diskriminierung gegen persische Kunden

Florian Matthey
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Apple sieht sich in diesen Tagen in den USA einem unschönen Vorwurf ausgesetzt: Einige Apple-Store-Mitarbeiter sollen potentiellen Kunden aufgrund ihrer Herkunft den Erwerb von Produkten verweigert haben. Bei den Betroffenen handelt es sich um Perser, die Motivation der Store-Mitarbeiter scheint das Handelsembargo gegen Iran zu sein.

Apple Stores: Vorwurf der Diskriminierung gegen persische Kunden

Jamal Abdi vom National Iranian American Council, eine Interessenvertretung für Iraner in den USA, beschreibt die Vorfälle in einem Beitrag für die New York Times. Mehrere Personen hätten ihm von entsprechenden Situationen in verschiedenen Apple Stores berichtet.

Eine 19-jährige Iranerin habe in einem Store im US-Bundesstaat Georgia ein iPad kaufen wollen und sich mit zwei Mitarbeitern der Filiale unterhalten. Ein dritter Mitarbeiter sei dann an sie herangetreten, nachdem sie sich auf persisch mit ihrem Onkel unterhalten habe. Der Mitarbeiter fragte, welche Sprache sie spreche und teilte ihr dann mit, dass sie in dem Laden nichts kaufen dürfe – “unsere Länder haben keine guten Beziehungen”, so seine Begründung.

In einem Store in Kalifornien sei es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen: Zwei Freunde durften anders als geplant kein iPhone kaufen. Die Begründung: “Entschuldigung, aber wir verkaufen nicht an Perser.” Ein weiterer Mann habe in der kalifornischen Hauptstadt Sacramento einen iPod kaufen wollen, den er seinen Neffen im Iran schenken wollte – was man ihm verweigerte. Ein iranischer Student durfte in einem weiteren Laden kein iPhone kaufen, nachdem er erwähnte, dass er im Sommer in seine Heimat reisen wolle.

Abdi zitiert Apple mit den Worten, dass in den Stores selbst Mitarbeiter verschiedener Herkunft arbeiten. Viele sprechen mehrere Sprachen, auch mit den Kunden, und einige sprächen mit den Kunden auch persisch. Diskriminierungen gebe es nicht; wenn Mitarbeiter Kunden fragten, was sie mit den Geräten vor haben, sei das nur, um sie entsprechend ihrer Bedürfnisse zu beraten.

Der Hintergrund der Vorgänge scheint folgender zu sein: Die USA bemühen sich um ein weitgehendes Handelsembargo gegen Iran. Die Regierung möchte im Zuge dessen dafür sorgen, dass dieses auch effektiv umgesetzt wird – und übt Druck auf Unternehmen aus, damit diese die Exportsperre in das Land nicht umgehen. Auch Apple liefert ausdrücklich keine Produkte in das Land, Reisen nach Iran mit Geräten wie PCs oder Smartphones sind illegal.

Allerdings dürfen Unternehmen aufgrund amerikanischer Anti-Diskriminierungsgesetze potentiellen Kunden nicht wegen ihrer Herkunft den Verkauf von Waren verweigern – ganz abgesehen von den moralischen Bedenken, die sich bei entsprechenden “Racial Profilings” ergeben.

Ein Apple-Store-Mitarbeiter soll Abdi berichtet haben, dass Apple sehr wohl Druck auf Angestellte ausübe – zumindest auf die in seinem Laden. “Wir müssen letztendlich bezüglich dessen, was ein Kunde mit dem Produkt machen wird, Polizei spielen, und das sollte eher die Aufgabe der Polizei als eines Store-Mitarbeiters sein.”

Weitere Themen: Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog, Apple Special Event Oktober 2014, iTunes, iTunes für Mac, iOS, App Store, The Swift Programming Language – Handbuch , OS X Yosemite, iOS 7, Apple

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