Apple und ihr Egotrip: So machen wir das und nicht anders

Bernd Korz

Ich nutze Mac OS X nun schon eine ganze Weile und ich finde das System absolut gelungen und gut durchdacht. Windows Vista wäre keine Alternative für mich gewesen. Hier geht es aber schon los, Apple entscheidet, dass ich deren Software, die ich teuer bezahle, nur auf deren Hardware, die ich ebenfalls noch teurer bezahle, nutzen darf. Hier möchte ich einen absurden aber durchaus berechtigten Vergleich anbringen:

Wir haben sicherlich mehr als 5.000 Tankstellen in Deutschland, mein Autohersteller verkauft mir ein Auto, dass normales Benzin tanken KÖNNTE, und macht es aber zur Bedingung, dass ich nur bei ihm tanken darf, alles andere ist illegal, obwohl der Sprit aus der selben Raffinerie kommt. Fahre ich an eine andere Tankstelle, mache ich mich strafbar.

Apple zitiert mir, dass ich Mac OS X nur auf deren Intel basierender (ein Massenprodukt) Hardware nutzen darf. Alleine hier stelle ich die rechtliche Grundfrage und meine freie Entscheidungsmöglichkeit erheblich in Frage.

Es ist nicht nur Mac OS X. Mein iPod, kann nur von iTunes gefüttert werden, wenn ich meine Musik selbst auf den Computer gezogen habe und den iPod damit füttern möchte, geht das nicht, denn Apple möchte nicht, dass deren iPod mit der Software von jemandem anderen läuft.

Wir regen uns jeden Tag über Microsoft auf, hier im Besonderen über den Internet Explorer. Was haben wir Schadenfreude über die Milliarden Strafen der EU ausgestrahlt. Microsoft muss dem Anwender die Möglichkeit geben, direkt bei der Installation einen alternativen Browser auszuwählen. Und nicht nur das, auch der MediaPlayer darf nicht mehr so einfach damit gebundled werden. Und Apple? Ich kann schon die geliebten Apple geblendeten wieder schreien hören, dass mein Vergleich hinkt! Apple bundled alles was sie entwickeln und fragen in keinster Weise nach. In seiner letzten Keynote zur WWDC machte Steve Jobs auf beeindruckende Weise klar, dass Apple das GRÖSSTE UNTERNEHMEN DER WELT im Mobilbereich ist. Auch in Sachen Firmenwert hat Apple schon lange die Konkurrenz hinter sich gelassen, wir reden hier also nicht von einem Nischenhersteller.

Wie sollen also andere die Chance haben, ihr eigenes „iTunes“ oder ihren eigenen „QucikTime-Player“ oder ihren eigenen Browser auf dieser Plattform zu verbreiten? Apple wird nicht bestraft, Apple darf das, denn Apple ist cool! Anders sieht das bei Microsoft aus, hier wird immer aufgeschrien und auch gleich verklagt was der Paragraphenreiter hergibt.

Das liebe iPhone auch so eines darf ich mein eigen nennen und ja, ich finde es genial (wie im übrigen sehr viele Produkte aus dem Hause Apple!). Apple hat den Mobiltelefonmarkt revolutioniert, das kann, muss und darf man völlig neidlos anerkennen. Apple hat einen Markt geschaffen der schier atemberaubend ist. An die 200.000 Programme in DEREN AppStore die über fünf Milliarden mal heruntergeladen wurden.

Eben, da haben wir es wieder, Apple besitzt den AppStore Alternativen? Fehlanzeige, das erlaubt Apple nicht. Wer gerne etwas anderes möchte muss sein iPhone illegal (so zumindest sieht das Apple!) freischalten. Halten wir noch einmal fest: Ich kaufe ein iPhone, bezahle es und Apple bestimmt, wie ich es nutzen und was darauf installiert werden darf. Und wenn Apple im Nachhinein eine App nicht mehr gut findet, dann darf Apple diese selbstverständlich löschen, ist doch im Grunde eine tolle Sache, ich brauch mir um nichts mehr Gedanken machen, Apple tut das schon für mich. Schön an dieser Geschichte ist auch das Konkurrenzdenken, findet Apple, dass eine App nicht ins Konzept passt, kommt diese erst gar nicht rein, siehe Google Voice.

Entwickler die gerne Apps für das iPhone programmieren möchten, werden erst einmal zur Kasse gebeten, einen anderen Weg gibt es nicht, wieder frei nach dem Motto: Friss oder stirb.

Nun kommt Apple mit dem iPad, eine Revolution…zumindest möchte Steve Jobs uns das glauben lassen, aber in Wahrheit, was ist es denn? Keine Kamera kein USB, kein Videochat, im Grunde ist es ein aufgepustetes iPhone und nutzt sogar die selbe Software und selbiges Betriebssystem. Im Grunde ist es cool, keine Frage, aber es ist nun mal keine Revolution. Und da wir hier ja sind um zu „Motzen“, soll auch das iPad sein Fett wegbekommen. Apple tritt mit dem iPad die freie Entscheidung mit beiden Füßen einmal mehr und darüber sollte und muss man auch reden und nachdenken.

Apple entscheidet, wer über das iPad seine Programme vermarkten darf, passt es nicht ins Schema, muss es aussen vor bleiben. Apple hat nicht nur die Macht, nein, Apple nutzt sie auch, und das ohne wenn und aber. Die Wege die Apple geht, sind mit viel Vorsicht zu genießen. Ich mag meinen iMac und mein iPhone und meinen iPod und mein MacBook Air, aber das iPad hat das Fass für mich zum überlaufen gebracht. Apple hat sich über die Jahre mehr und mehr in Szene gesetzt und weiss sich zu verkaufen. Die Leute scheinen blind zu jubeln, egal was Jobs ihnen andrehen wird.

Das iPhone 4 macht massive Probleme mit der Antenne, Rücknahmen ausgeschlossen und überhaupt hat Apple auch das Recht, die Anzeige der Antennensignalstärke zu manipulieren und einen falschen Wert anzuzeigen. Gibt es zu man

Um der freien Wahl willen, kann ich mir nur wünschen, dass Microsoft endlich einmal besagten Hintern von der Wand bekommt und mit dem einem eigenen Tablet mit Windows Mobile 7 eine wahre Alternative bietet, auf der ich installieren kann und darf, was meine Wenigkeit möchte, das Multitasking kann, in dem ich eine Kamera habe und auch meinen USB Stick anschließen kann.

Ich möchte nicht bei iTunes einkaufen oder Apples iBook Store aufsuchen müssen, ich möchte auch selbst entscheiden, welche Programme ich installieren kann und ich bin auch nicht gewillt, dem Systemhersteller die Entscheidungsgewalt darüber zu geben, ob ich diese Programme von meinem System löschen möchte. Und ich kann weiter nur hoffen, dass die EU endlich auch einmal das Treiben von Apple unter die Lupe nimmt, das Maß der Dinge ist nämlich schon lange voll.

Aber im Grunde gibt es heuer nur einen Konkurrenten für Apple. Google hat sich schon lange positioniert und sticht überall da zu wo Apple seine Stärken hat. Sei es mittlerweile mit Android Froyo, welches Apples iOS 4 in wirklich nichts mehr nachsteht, oder dem Chrome Browser, welcher auch dem -wirklich guten Safari davon zieht wo es geht. Wenn Google erstmal sein Android und das richtige Tablet dafür auf dem Markt hat wird auch da ein anderer Wind wehen.

Was Microsoft als Konkurrenten angeht, so hat Apple schon lange den großen Pitbull das Fürchten gelehrt und auf die Plätze verwiesen. Das Unternehmen aus Redmond hat längst schon den Glanz verloren. Aller Charme der noch durch Bill Gates versprüht werden konnte ist mittels Steve Ballmer in Wohlgefallen aufgelöst worden. Die Flops wie Windows Vista, das antiquierte Windows Mobile und die „Designideen“ die älter sind als mein Vater, haben nichts mehr zu bieten.

Eines hat uns die Computerbranche aber schon immer gezeigt, Apple stand noch vor wenigen Jahren kurz vor seinem Ruin und die letzten Lichter sollten fast schon demontiert werden, als der über die Maßen charismatische visionär Steve Jobs als Kapitän das Schiff am Eisberg vorbeischiffte und die Erfolgsrinne mit einem Rennmotor in Angriff nahm. So wie Apple am Ende war und heute ganz oben steht, so ging es Samsung mit seinen Handys oder auch Nokia, so erging es Be Inc. ebenso wie Commodore und Atari. Sie kamen und siegten und sie gingen unter. Selbst Dell hatte vor Jahren angeraten, den “Laden” zu liquidieren und heute dürfte Dell selbst nicht mehr weit von dem Abgrund entfernt sein in den man Apple stoßen wollte.

So hoch wie Apple heute fliegt wird die Luft immer dünner. Microsoft hat seit vielen Jahren Durchhaltevermögen bewiesen, auch wenn man mittlerweile 3000 ft. tiefer fliegt als damals, wird auch Apple durchhalten können? Wie sind eure Erfahrungen was Support, Reklamationen und der Hype um Apple angeht?

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz