Apple veröffentlicht Lieferanten-Report

Holger Eilhard
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Mit gleich mehreren Meldungen rund um soziale Gerechtigkeit und gesteigerten Einsatz für den Umweltschutz ist Apple heute in den Newstickern. Das Unternehmen veröffentlichte unter anderem den Report zu den Arbeitsbedingungen bei seinen Lieferanten im vergangenen Jahr. Gleichzeitig gab man auch bekannt, in Zukunft mit der Fair Labor Association zusammen zu arbeiten, um die Bedingungen bei den Zulieferern möglichst transparent zu überwachen.

Apple veröffentlicht Lieferanten-Report

Ganz oben in dem 27-seitigen Report (PDF) zur Verantwortung Apples und seiner Lieferanten steht die Prämisse, dass alle beteiligten Unternehmen, wie auch Apple selbst, ihre Arbeitnehmer in sicheren Arbeitsbedingungen einsetzen und sie mit Respekt behandeln. Darüber hinaus sollen umweltschonende Herstellungsprozesse überall dort zum Einsatz kommen, wo Apple-Produkte gefertigt werden.

Um diese Ziele durchzusetzen und dabei gleichzeitig transparent zu arbeiten, hat sich das Unternehmen mit der Fair Labor Association (FLA) zusammengetan (PDF). Die FLA soll dem Report zu Folge freien und unabhängigen Zugang zu Apples Lieferanten bekommen. Die Resultate der Untersuchungen sollen öffentlich auf einer Website zur Verfügung gestellt werden.

Der aktuelle Report für das vergangene Jahr umfasst eine Liste von 156 Lieferanten (PDF), was 97 Prozent aller Apple-Zulieferer entspricht. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen 229 Prüfungen bei seinen Lieferanten durchgeführt, ein Plus von 80 Prozent im Vergleich zu Vorjahr. 14 dieser Prüfungen waren dabei umweltbezogen, und wurden allesamt in China durchgeführt.

In dem Report wird ebenfalls beschrieben, wie die Prüfungen genau gehandhabt werden und auf welche Punkte geachtet wird. Neben der Inspektion der Fabriken werden auch Arbeits-, Wohn- und allgemeine Lebensbedingungen der Angestellten untersucht. In jedem Jahr werden alle Hersteller untersucht, die mit der finalen Produktion von Apples Produkten beauftragt sind. Weitergehende Untersuchungen der Lieferantenkette sind abhängig von unterschiedlichen Faktoren, wie zum Beispiel dem Sitz des Lieferanten, früherer Ergebnisse oder der Art der Arbeiten.

Wird ein Problem gefunden, sollen die Lösungen dafür innerhalb von 90 Tagen nach der Entdeckung umgesetzt werden. Zu den größten Verstössen, Apple nennt sie “core violations”, gehören etwa der Einsatz minderjährige Arbeitskräfte, Zwangsarbeit, Fälschung von Untersuchungsergebnissen, Gefährdung der Mitarbeiter und grobe Umweltverschmutzungen. Derartige Verstösse müssen umgehend beseitigt werden. Betroffene Unternehmen werden im folgenden Jahr erneut überprüft.

Der Report geht danach dahin über, wie häufig welche Art der Probleme aufgetreten sind und wie Apple auf die Verstösse reagiert. Diese Reaktionen reichen auch so weit, dass Apple in einigen Fällen jegliche Zusammenarbeit mit dem Lieferanten beendet hat oder beenden wird.

Neben dem Report wurde heute ebenfalls bekannt (via MacRumors), dass Apple in Zukunft beim Lieferanten Volex, bei dem Apple der größte Abnehmer ist, nur noch halogenfreie Kabel beziehen wird. Um dies umsetzen zu können, muss Volex bis zu 6 Millionen US-Dollar im aktuellen Geschäftsjahr ausgeben.

Weitere Themen: Fair Labor Association

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