Apple vs. Motorola: MMI muss Software ändern

Flavio Trillo
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Nach einem Urteil des Landgerichts München verstoßen mehrere Geräte von Motorola Mobility (MMI) in Deutschland gegen ein EU-Patent Apples. Der Hersteller aus Cupertino kann daher verlangen, dass MMI alle betroffenen Produkte auf eigene Kosten zurückruft und zerstört — oder seine Software entsprechend ändert.

Apple vs. Motorola: MMI muss Software ändern

Gegenstand des EU-Patents mit der Nummer EP2059868 ist die Darstellung digitaler Fotoalben auf tragbaren elektronischen Geräten. Eine bestimmte Art der Anzeige mehrerer Fotos muss MMI also nun auf einigen seiner Smartphones sowie dem Xoom-Tablet anders umsetzen, meldet Patentrechtsexperte Florian Müller. Dazu seien Änderungen an der Software nötig — das ist zwar kein großes Problem, schränkt den Hersteller aber in seiner Gestaltungsfreiheit ein.

Doch nicht nur MMI ist betroffen. Google hofft, Motorola Mobility demnächst übernehmen zu können und wäre durch die Urteile gleichermaßen gebunden, zumindest auf dem deutschen Markt.

Schon jetzt ist die Android-Landschaft durch eine starke Zersplitterung geprägt. Dutzende Hersteller bieten wiederum zig Geräte mit jeweils unterschiedlichen Hardwarekonfigurationen an, auf die das Betriebssystem gesondert angepasst werden muss. Die Folge einer gesonderten Android-Version von MMI für den deutschen Markt wäre quasi die Fragmentierung der Fragmentierung.

Für den morgigen Freitag sind zwei weitere Urteilsverkündung angesetzt, die Apple betreffen: In Mannheim wird es sowohl um das Slide-to-Unlock-Patent (gegen Samsung) gehen als auch um eine Klage des koreanischen Herstellers seinerseits wegen 3G-Kommunikationsstandards.

Weitere Themen: Motorola Xoom, Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog, Apple Special Event Oktober 2014, iTunes, iTunes für Mac, iOS, App Store, The Swift Programming Language – Handbuch , OS X Yosemite, Motorola Mobility

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