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Apple: Wie neue Entwicklerrichtlinien Adobes Pläne durchkreuzen

Thomas J. Weiss
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Wenn Adobe am Montag die neue Creative Suite 5 vorstellen wird, wird der Start wohl etwas anders verlaufen, als ihn sich der Hersteller noch bis gestern vorgestellt hat: In Cupertino möchte man um nichts in der Welt mit Flash zu tun haben, auch wenn ein Compiler aus Flash-Code eine native iPhone App erstellt. Die laut zahlreichen Blogs wichtigste Neuerung in Flash Professional, die Adobe am 12. April präsentieren wollte, hat Apple am 8. April wohl bereits unmöglich gemacht.

Mit dem neuen SDK für das iPhone OS 4 hat Apple neue Bedingungen für den Einzug von iPhone-Programmen in den App Store definiert. In Abschnitt 3.3.1 ist unter anderem zu lesen: “Applikationen müssen ursprünglich in Objective-C, C, C++ geschrieben oder in JavaScript geschrieben und von der WebKit-Engine des iPhones ausgeführt werden.”

Daring Fireball interpretiert diese neue Passage wie folgt (und wir schließen uns an): Cross-Compiler sind verboten – und damit auch der neue Compiler, der in Adobes kommender Flash Professional-Version CS5 aus Flash-Applikationen iPhone Apps generieren soll. Auch schließen die neuen Bedingungen Apps aus, die Entwickler in C# und .Net programmiert und mit Hilfe von MonoTouch für das iPhone kompiliert haben.

Damit fixiert der iPhone-Hersteller App-Entwickler endgültig auf zwei Möglichkeiten: Entweder sie unterwerfen sich seinen Regeln und benutzen seine Entwicklungswerkzeuge und Frameworks, um Programme für die Touch-Geräte zu erstellen, oder sie setzen auf das Web und benutzen JavaScript. Java und Flash nämlich lässt wiederum das WebKit nicht zu. Andere Browser schließlich lässt Apple nicht in den App Store.

Wie Apple zahlreiche Designer dazu bringen wird, in Zukunft auf Flash zu verzichten, hat Steve Jobs am 8. April vor Journalisten gezeigt: Eine neue Werbeplattform iAd liefert Werbung in iPhone-Apps aus, allerdings versteht sie sich nur auf HTML 5-Inhalte. Dies impliziert: Wenn große Firmen ihre Kampagnen auch auf Apples Touch-Geräten platzieren wollen, müssen Werbematerialien wie animierte Banner und Gadgets zumindest alternativ in Javascript und HTML 5 vorliegen.

Man darf sich fragen, mit welchen Werkzeugen Designer solche Inhalte in Zukunft erstellen sollen, wenn sie nicht Programmierer sind und keine Programmierer damit beauftragen wollen. Apple hat Flash den Krieg erklärt – nun fehlt lediglich noch eine Software aus Cupertino, die in direkte Konkurrenz zu Flash Professional tritt: eine Anwendung für Designer, die anstatt Flash-Code Javascript und HTML 5 generiert.
Falls nicht auch Apple selbst, so dürften zumindest einige andere Hersteller derzeit an solchen Lösungen arbeiten, der Markt dafür ist geschaffen.

Wie Adobe am kommenden Montag die Einführung von Flash Professional CS 5 gestalten wird, mag man sich bislang nicht vorstellen. Die Apps, die Flash generiert, dürften sich ab dem Sommer auf dem aktuellen iPhone-Betriebssystem gar nicht mehr einstellen lassen. Nicht übersetzt werden muss die Einschätzung von Daring Fireball-Blogger John Gruber: “They're pretty much royally fucked.”

Bild: Geeky Gagdgets

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