Apple-Zulieferer in China: 1000 Mitarbeiter protestieren gegen hohe Zahl an Überstunden

Florian Matthey
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Wieder einmal gerät Apple wegen schlechter Arbeitsbedingungen bei Zulieferern in Asien in die Schlagzeilen. 1000 Mitarbeiter einer chinesischen Fabrik, die Komponenten wie Tastaturen für Apple und IBM herstellt, gingen diese Woche auf die Straße, um vor allem gegen viele Überstunden zu protestieren. Ihnen gegenüber standen hunderte Polizisten, letztendlich soll es Zugeständnisse des Arbeitgeber gegeben haben.

Die Arbeiterrechte-Organisation China Labor Watch berichtet von den Protesten, die sich am vergangenen Montag in Shenzhen ereignete. In der Fabrik arbeiten insgesamt 3000 Personen, rund 1000 gingen auf die Straße. Zu den Kunden des Unternehmens gehören neben Apple auch die Unternehmen IBM, LG, Tulip, Legend und Founder Great Wall.

Das wichtigste Anliegen der Mitarbeiter seien die vielen Überstunden gewesen: Regulär sollen sie von 7 bis 17 Uhr arbeiten, allerdings seien 100 bis 120 monatliche Überstunden mittlerweile zur Regel geworden. Aufgrund dessen mussten viele in der jüngeren Vergangenheit bis Mitternacht, teilweise sogar bis 2 Uhr morgens arbeiten. Diese Überstunden durften sie hingegen nicht an Samstagen leisten, da an diesem Wochentag nach chinesischem Recht ein höherer Stundenlohn zu zahlen ist.

Außerdem beschwerten sich die Angestellten über eine hohe Zahl an Verletzungen am Arbeitsplatz – in der jüngeren Vergangenheit habe es 20 Vorfälle gegeben. Zusätzlich gebe es massenweise Entlassungen älterer Mitarbeiter, die Abwesenheit jeglicher Bonus-Zahlungen sowie verbale Angriffe und Beleidigungen der Vorgesetzten zu beklagen.

Als Reaktion auf die Proteste soll das Unternehmen einer Reduzierung der Überstunden sowie der Möglichkeit, diese am Samstag zu leisten, zugesagt haben. China Labor Watch ruft Apple, IBM und die anderen Kunden des Zulieferers dazu auf, sich ihrer sozialen Verantwortung zu entsinnen und sicherzugehen, dass das Unternehmen akzeptable Arbeitsbedingungen sicherstellt. Der Aufruf gehe vor allem an Apple, da 300 Mitarbeiter alleine Tastaturen für Apple herstellten.

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