Apple: Zusammenhang zwischen Forstalls Abschied und Mansfields Verbleib

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Zwischen dem Verbleib des Senior Vice President Bob Mansfield und der Entlassung seines Kollegen Scott Forstall scheint es einen Zusammenhang zu geben – offenbar hat ihn der Weggang Forstalls die Entscheidung erleichtert. Derweil dürfte Skeuomorphismus in Apples Software wirklich bald der Vergangenheit angehören.

Apple: Zusammenhang zwischen Forstalls Abschied und Mansfields Verbleib

Ende Juni ließ Apple verlauten, dass Apples Hardware-Engineering-Chef Bob Mansfield das Unternehmen verlassen und in Rente gehen würde. Ende August folgte eine erste Umstrukturierung des Apple-Managements, die zwei Verantwortliche zu Senior Vice Presidents machte. Gleichzeitig hieß es, Mansfield werde nun doch Senior Vice President bleiben und “an zukünftigen Produkten” arbeiten. Einen genauen Zuständigkeitsbereich hatte er jedoch nicht mehr.

Ende Oktober kam wiederum die überraschende Meldung, dass der iOS-Software-Chef Forstall und der Retail-Chef John Browett das Unternehmen verlassen – wobei Forstall bis Anfang nächsten Jahres Berater des CEO Tim Cook bleibt. Im Rahmen der zu diesem Zeitpunkt erfolgten Umstrukturierung bekam Mansfield wie alle anderen Senior Vice Presidents wieder einen Zuständigkeitsbereich: Er leitet jetzt die neue Gruppe “Technologies”.

Angesichts des Ablaufs dieser Vorgänge stellt sich die Frage, ob ein Zusammenhang zwischen Mansfield Verbleib und Forstalls Weggang besteht. AllThingsD will Genaueres zu den Hintergründen erfahren haben: Dass Mansfield sich seinen Schritt in den Ruhestand noch einmal überlegt habe, soll an einem unwiderstehlichen Angebot durch Tim Cook gelegen haben – das vor allem viel Bargeld und ein großes Aktienpaket beinhaltete. Jedoch wollte sich Mansfield zunächst nur auf die Rolle ohne Zuständigkeitsbereich beschränken, die eher mit der eines Beraters vergleichbar ist.

Dass der Fast-Pensionär dann aber noch doch wieder ein ganzes Team leitet, soll tatsächlich mit Forstalls Weggang zusammenhängen: Mansfield soll von Forstalls “Konfrontations-Stil” im Management nicht begeistert gewesen sein, insgesamt habe er versucht, Forstall weitgehend zu meiden. Laut Bloomberg soll sich Mansfield nur dann mit Forstall getroffen haben, wenn Cook als Mediator dabei war. Laut einem Apple-Insider habe es sich zwar um “keine ‘Er oder ich’-Situation” gehandelt, “aber, um es so zu sagen: Ich glaube, Bob war sehr viel eher dazu bereit, sich für weitere zwei Jahre zu binden, als er wusste, dass Scott gehen würde.”

Im Zuge des Forstall-Weggangs hat unter anderem Apples Design-Chef Jonathan Ive mit “Human Interface” einen neuen Zuständigkeitsbereich bekommen: Ive wird sich in Zukunft nicht nur um Hardware-, sondern auch um Software-Design kümmern. Laut der New York Times, Reuters und dem Wall Street Journal (jeweils via 9 to 5 Mac) könnte wird Apple in Folge dessen tatsächlich eine neue Design-Richtung einschlagen und sich von Skeuomorphismus verabschieden.

Skeuomorphismus ist der gängige Begriff für (Software-)Design, das sich an althergebrachten Produkten orientiert – beispielsweise das virtuelle Holzregal der iBooks-App, das Leder der Kalender-App oder das zerknüllte Papier der neuen Passbook-App. Dass diese Design-Elemente vor allem im iOS präsent sind, ist kein Zufall – der größte Freund dieser Design-Philosophie soll zuletzt Forstall gewesen sein. Ive soll hingegen immer wenig davon gehalten haben.

Zuvor gab es bei Apple noch einen weiteren prominenten Freund von Skeuomorphismus: Steve Jobs. Forstall war ein langjähriger Begleiter des verstorbenen Apple-Chefs, zusammen sollen sie sich für diese Design-Richtung eingesetzt haben. Forstalls Abschied dürfte also auch insofern einen kleinen Bruch mit dem Apple-Mitgründer darstellen.

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