Apples AirPlay auf Android-Geräten: Einen Schritt voraus

Sebastian Trepesch
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Mit iOS 4.2.1 hat Apple im vergangenen Jahr AirPlay eingeführt, eine Technologie, mit der Musik oder Videos aus iTunes auf kompatible Stereoanlagen oder AppleTV gestreamt werden können. Die neue Version einer Android-App bringt diese Option jetzt für die Geräte der Konkurrenzplattform von Google. Nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen für Apple.

DoubleTwist AirSync ist eine interessante App, allerdings für die “falsche” Plattform: Das Progrämmchen läuft auf Android-Geräten. Es dient dazu, Playlisten, Fotos und Videos aus iTunes heraus mit den Smartphones und Tablet Computern, die mit Googles mobilen Betriebssystem laufen, zu synchronisieren. Das ist nichts besonderes, das konnten die Apple-Produkte schon in Zeiten, in denen man den Begriff “Android” nur mit einem menschenähnlichen Roboter verband. Doch die App synchronisiert kabellos, über das heimische Wi-Fi-Netz. Da schluckt der iOSler.

Denn mit den iOS-Geräten iPhone, iPad und iPod touch geht das nicht, zumindest nicht ohne Jailbreak. Der Wi-Fi-Abgleich soll kommen, hat Steve Jobs bereits im letzten Jahr angekündigt, und zwar “irgendwann“. Hier ist die Android-App noch einen Schritt voraus.

Nach einer Aktualisierung lehnt sich DoubleTwist AirSync noch mehr an das Apple-System an: Wie engadget in der Update-Beschreibung fand, unterstützt die Android-App nun AirPlay. Die Funktion streamt die Musik über das W-LAN vom Rechner an kompatible Geräte, ob das nun ein marantz-Verstärker ist oder der Bowers & Wilkins Zeppelin Air. Die App DoubleTwist ist im Prinzip werbefinanziert, die Apple-Technologie ist jedoch nur in dem kostenpflichtigen Upgrade AirSync enthalten (4,99 Dollar). Die auf dem Mac, beziehungsweise PC, unterstützende Software gibt es kostenlos. Die Nutzerkommentare klingen allerdings nicht sehr begeistert.

Das Unternehmen gibt keinen Hinweis darauf, dass die Technologie in der App bei Apple lizensiert ist. gigaom.com weiß aber, dass der Firmengründer Jon Lech Johansen ein Händchen dafür hat, um Kompierschutz außer Kraft zu setzen. Er könnte sich also auch in die Streaming-Technologie unerlaubter Weise “eingearbeitet” haben.

Apple dürfte die App deshalb wenig gefallen. Und trotzdem ist DoubleTwist AirSync für das kalifornische Unternehmen ein gutes Zeichen: Es bezeugt – und mehrt – das Interesse an der relativ neuen Technologie AirPlay, und unterstützt nicht zuletzt die Marktstellung von iTunes. Jetzt müsste es für Apple nur noch ein Ansporn sein, die Synchronisation zwischen den eigenen Produkten auszubauen.

Weitere Themen: AirPlay, Android

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