Apples Aktienrückkauf: Anatomie eines Steuertricks

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Tim Cook und Peter Oppenheimer haben im Rahmen der letzten Quartalskonferenz angekündigt, 100 Milliarden Dollar an die Aktionäre auszuschütten. 60 Milliarden will sich man für einen Aktienrückkauf leihen — offenbar eine reine Steuersparmaßnahme.

Apples Aktienrückkauf: Anatomie eines Steuertricks

Das größte Aktienrückkaufprogramm, das je in Gang gesetzt wurde. Für 60 Milliarden Dollar will Apple AAPL-Papiere von den Aktionären erwerben. Die Aktion soll durch einen Kredit finanziert werden. Moment — Apple verfügt über knapp 145 Milliarden Dollar in Bar, man muss sich doch nichts leihen, was man selbst schon hat, oder?

Allan Sloan vom Fortune Magazin beschreibt in der Washington Post, welche steuerlichen Vorteile es für Apple hat, sich die nötigen Mittel von einer Bank zu leihen. Der größte Teil von Apples Barschaft ist nämlich nicht im amerikanischen Heimatland, sondern im Ausland gelagert. Da, wo das Unternehmen keine 35 Prozent Einkommensteuer zahlen muss.

Durch das Vermeiden dieser Steuer und die niedrigen Zinsen entsteht eine Situation, in der es für Apple günstiger ist, fremdes Geld zu nehmen, als eigenes wieder in die USA zu holen.

Außerdem werden mit diesem Manöver nicht-absetzbare Ausgaben ganz einfach in solche verwandelt, die steuerlich geltend gemacht werden können.

Bei einem (großzügig) geschätzten Zinssatz von 3 Prozent würde jeder Rückkauf einer Aktie zum Preis von 410 Dollar 12,30 Dollar Zinsen kosten. Gleichzeitig spart Apple sich die Dividende, die sie sonst an den Inhaber dieser Aktie vierteljährlich zahlen müsste (12,20 Dollar pro Jahr). Das gleicht sich beinahe exakt aus — wenn da nicht der kleine aber feine Unterschied wäre: Zinsen sind absetzbar, Dividenden sind es nicht.

Forderungen nach einer Senkung der Einkommensteuer für Unternehmen werden begründet mit einem geringeren Anreiz für solche Spielchen. Sloan zufolge würden sie eine solche Praxis zwar weniger lukrativ machen. Die Geschichte habe aber gezeigt, dass auch geringere Sparmöglichkeiten niemanden davon abhalten, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Schon gar nicht Unternehmen, die Steuern vermeiden wollen.

Auch ein, wie gefordert, auf 25 Prozent gesenkter Steuersatz würde nichts daran ändern, dass es für Apple billiger ist, das Geld zu leihen, als das eigene zu „importieren“. So bleibt es bei Tricks und Manövern, um die Barschaft möglichst voluminös zu halten.

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