Apples bunte Patentwelt: Stylus und Frisbee-Transfer

Flavio Trillo
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“Wenn man einen Stylus sieht, weiß man, dass sie es vermasselt haben” – Zitat von Steve Jobs im Rahmen der Veranstaltung zu iOS 4. Umso interessanter der nun veröffentlichte Patentantrag, der noch vor diesem Event eingereicht wurde. Außerdem neu vom US-Patent und -Markenamt: Apples Ideen zum Dateitransfer mithilfe einfacher Gesten.

Ein beheizter Stylus soll der Beschreibung zufolge die Verbindung zum kapazitiven Touch-Display optimieren. Dabei könnten Heizdrähte ebenso zum Einsatz kommen wie ein Wärmetauscher, der die Körperwärme auf die Spitze des Stiftes überträgt. Darüber hinaus hat Appleinsider einen weiteren Patentantrag entdeckt, der dem Stylus die Kommunikation beibringen soll.

Über entsprechende Lagesensoren innerhalb des Zubehörteils könnte es demnach möglich sein, auf einem herkömmlichen Blatt Papier zu schreiben und den Text direkt auf ein elektronisches Gerät zu übertragen, etwa via Bluetooth. Wird der Stift nicht mehr gebraucht, verschwindet er dezent im Gerät. Mögliche Anwendungsgebiete hierfür wären Klassenräume oder Präsentationen. Gleichzeitig könnten handschriftliche und digitale Mitschriften erstellt werden oder Notizen auf einem Whiteboard wären zugleich auf einem digitalen Ausgaberät sichtbar.

Ob Steve sich damit selbst die Tour “vermasselt”, bleibt abzuwarten. Immerhin ist es nicht ausgeschlossen, dass derartige Technologien niemals zum Einsatz kommen und nur zur Sicherheit in irgendeiner Schublade landen.

Ein weiterer interessanter Antrag aus Cupertino beschäftigt sich mit dem Transfer von Daten zwischen mobilen Geräten oder zu einem stationären Computer. In Anlehnung an das vielgelobte “Touch To Share”-Modell des HP TouchPad sollen Anwender mithilfe intuitiver Bewegungen Informationen mit anderen Geräten austauschen. Während das Tablet von Hewlett-Packard durch einfache Berührung eine Datenverbindung herstellt, hat Apple viel anschaulicherer Szenarien im Sinn.

Als kippte man einen Becher aus, rieseln die Dateien nur so aus dem iPad oder iPhone heraus, wenn man es schräg über das

Empfangsgerät hält – nicht unähnlich diverser Bier-Apps aus dem App Store, die das Ausleeren eines Kruges Gerstenkaltschale simulieren. Umgekehrt ließe sich ein iPhone wie ein Staubsauger über das iPad hinwegbewegen und würde so die dort vorbereiteten Dateien “aufsaugen”, inklusive passendem Sound-Effekt.

Auch für sportlich ambitionierte gibt es einen Vorschlag, das sendende Gerät aus dem Handgelenk wie eine Frisbee in Richtung des Empfängers zu schleudern. Nur im Ansatz natürlich, ein fester Griff ist hier von höchster Bedeutung. Ungefährlicher erscheint da das Schnipsen von Notizen in die Richtung des Empfängers, etwa um kurze Skizzen von einem iPad direkt an ein anderes Gerät zu senden.

Intuitive Bedienung war schon immer eines der Hauptmerkmale von Apples Soft- und Hardwareprodukten. Ohne viel Nachdenken einfach genau das versuchen, was einem als erstes in den Sinn kommt. Dieser rote Faden zeigt sich deutlich auch in diesen Patentanträgen, die allseits bekannte physikalische Vorgänge auf die digitale Welt von Bits und Bytes übertragen. Für die Frisbee-Methode sollte Steve sich aber eventuell überlegen, eine Handschlaufe an das iPad zu bauen.

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