Apples Cloud-Musik-Angebot: Patentantrag beschreibt Lösung für Zwischenspeicher-Problem

Florian Matthey
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Dass Apple ein Cloud-Musik- beziehungsweise Streaming-Angebot für Macs und iOS-Geräte plant, ist angesichts der immer höher werdenden Frequenz neuer Gerüchte sehr wahrscheinlich. Das US-Patent- und Markenamt hat nun einen neuen Patentantrag von Apple veröffentlicht, der beschreibt, wie sich die Notwendigkeit eines Streaming-Zwischenspeichers umgehen lässt.

Wer schon heute Musik oder Videos auf seinen Mac oder ein iOS-Gerät streamt, kennt die “Buffering…”-Anzeige: Zunächst muss das Gerät einen Teil des Titels oder des Videos als Zwischenspeicher herunterladen, um dann für eine flüssige Wiedergabe zu sorgen. Wenn der Benutzer mit seinem iPhone unterwegs ist und häufig zwischen verschiedenen Titeln wechselt, sind längere Pausen bei der Wiedergabe bei einem Streaming-Angebot von Apple eigentlich vorprogrammiert. Dazu kommen Probleme, die durch Verbindungsabbrüche in Regionen mit schlechterer Netzabdeckung oder unterwegs im Auto oder in der Bahn auftreten können.

Der Patentantrag, den Apple im November 2009 beim US-Patent- und Markenamt einreichte, beschreibt, wie sich dieses Problem zumindest eindämmen lässt: Der Benutzer würde nach dieser Idee seine Musik nicht ausschließlich in der “Cloud” speichern oder komplett aus Apples iTunes-Store-Bibliothek streamen, sondern zumindest einen Teil der Musik oder Videos auf seinem iPhone, iPad oder iPod touch speichern. Das Gerät könnte dann sofort mit Hilfe der lokal gespeicherten Daten mit der Wiedergabe beginnen und dann die Lücken dynamisch füllen.

Mit dieser Methode müsste der Benutzer zwar weiterhin Musik auf seinem Gerät abspeichern. Durch die Unterstützung des Streaming-Angebots verbraucht die Musik aber deutlich weniger Platz, da auf dem lokalen Speicher nur der erste Teil sowie weitere Fragmente des jeweiligen Titels vorliegen müssen. Zur Illustration zeigt Apple in dem Patentantrag eine Skizze der iTunes-Benutzeroberfläche, in der der Benutzer die Option “Musik in Teilen synchronisieren” (“Sync partial music”) auswählen kann.

Apple beschreibt ferner, dass der Benutzer für das Streaming-Angebot seine Musik zunächst auf einen externen Server hochladen könnte – also ähnlich wie bei Amazons oder Googles Cloud-Musik-Angeboten auf eine eigene Online-Festplatte. Alternativ ließen sich die Inhalte auch direkt aus einer “Quelle mit Inhalten” streamen – also beispielsweise aus dem iTunes Store. An letzterer Option scheint Apple in diesen Tagen zu arbeiten, um sich von der Konkurrenz abzuheben: Die Deals mit der Musikindustrie sollen jüngsten Gerüchten zufolge bis nächste Woche stehen.

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