Apples Cloud-Musik-Angebot: Verträge mit Musik-Labels könnten bis nächste Woche stehen

Florian Matthey
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Apple könnte sein Cloud-Musik-Angebot möglicherweise tatsächlich schon zum Start der Worldwide Developers Conference (WWDC) am 6. Juni vorstellen. Zumindest sollten bis dahin die rechtlichen Voraussetzungen stehen: Mit der Warner Music Group soll sich Apple bereits seit einigen Wochen einig sein, nun soll Apple auch mit EMI einen weiteren Vertrag geschlossen haben. Die Deals mit Universal Music und Sony Music könnten schon nächste Woche folgen. Durch die Kooperation mit den Musik-Labels könnte Apple sein Angebot attraktiver als die Konkurrenzprodukte von Amazon und Google gestalten.

Das Cloud-Angebot dürfte wie folgt aussehen: Der Benutzer kann seine Musik von allen seinen mit einer Internet-Verbindung ausgestatteten Geräten direkt von Apples Servern abrufen und sie dann an das jeweilige Gerät streamen. Ein Download der einzelnen Titel oder eine Übertragung auf das iPhone, den iPod touch oder das iPad mittels einer iTunes-Synchronisation wäre nicht mehr nötig – vorausgesetzt, der Benutzer will Musik vor allem an den Orten hören, wo er eine WLAN- oder UMTS-Verbindung vorfindet.

Googles Music-Angebot und Amazons Cloud Player bieten diese Möglichkeit schon heute, allerdings muss der Benutzer zunächst alle Titel, die er unterwegs auf sein Gerät streamen möchte, zunächst auf die Google- oder Amazon-Server hochladen. Durch Abkommen mit den Musik-Labels als Rechteinhaber könnte Apple das Ganze komfortabler gestalten: Eine Software könnte die Festplatte des Benutzers scannen und alle vorhandenen Lieder finden. Diese ließen sich dann für das Musik-Streaming freischalten und von Apples zentralen Servern, auf deren Festplatten bereits alle Titel gespeichert sind, direkt zum Mac, PC, iPhone, iPad oder iPod touch streamen.

Die Musik-Labels wollen mit dem Angebot natürlich auch Geld verdienen – denkbar ist daher, dass der Benutzer eine bestimmte Gebühr pro Titel bezahlen muss. Auch für den Wechsel zu iTunes Plus, Liedern in höherer Qualität und ohne FairPlay-Kopierschutz, müssen iTunes-Store-Kunden pro Song einen Fixbetrag bezahlen. Da diese bei großen Musikbibliotheken für ein “Cloud-Upgrade” insgesamt recht hoch sein könnte, wäre auch ein Abonnement-Modell für einen monatlichen Fixpreis denkbar.

Sollte Apple die Verträge mit Universal Music und Sony Music tatsächlich nächste Woche abschließen, stünde einem Start des Angebots zum Start der WWDC nichts mehr entgegen. Allerdings müsste Apple dann die technischen Voraussetzungen bereits geschaffen haben – möglicherweise wird Apple das Angebot Anfang Juni also zunächst nur vorstellen. Dass Apple ein Cloud-Musik-Angebot plant, liegt spätestens seit der Übernahme des Streaming-Anbieters Lala nahe. Auch hat Apple durch den Aufbau einer Server-Farm im US-Bundesstaat North Carolina die nötige Infrastruktur geschaffen. Vor einigen Wochen soll Apple außerdem die Domain iCloud.com übernommen haben.

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