Apples neue iPhone-SIM-Karte: Nachteil für Mobilfunkanbieter

Tizian Nemeth
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iPhone 4
Eine SIM-Karte für alle Mobilfunkbetreiber – daran soll Apple derzeit mit dem SIM-Karten-Hersteller Gemalto arbeiten. Diese SIM-Karte soll auf ihrem Chip Informationen für unterschiedliche Mobilfunkanbieter speichern können und der Anwender könnte sich nach dem Kauf des iPhones für einen beliebigen entscheiden. Damit geht Apple noch einen Schritt weiter, um das iPhone Geschäft an sich zu reißen.

Die Informationen zur Zusammenarbeit will die Seite Gigaom von Quellen aus dem Umfeld europäischer Mobilfunkbetreiber erhalten haben. Demnach plant Apple vor allem für das europäische Festland die Multi-Sim-Karte.

Das Subscriber Identity Module, kurz SIM-Karte, soll aus einem aufrüstbarem Flash Speicher und einem Festwertspeicher-Bereich bestehen. Im ROM-Bereich sollen die Informationen zu den Netzwerken und deren Sicherheit der einzelnen Providern abgespeichert sein, während im Flash-Bereich Informationen zum Netzbetreiber abgelegt werden.

Netzbetreiber und Anwender: Des einen Freud, des anderen Leid

Zumindest der Hinweis zum aufrüstbarem Flash-Speicher legt die Vermutung nahe, dass Apple nicht plant, den Chip fest im Smartphone zu integrieren. Auszuschließen ist dieser Schritt allerdings nicht. In diesem Fall würde allerdings die Einfuhr von iPhones aus dem Ausland nicht mehr möglich sein. Denn sicher ist, Apple wird nicht die Netzbetreiber-Informationen aller europäischer Anbieter auf dem Chip unterbringen können und wollen. Andererseits könnten sich Netzbetreiber-Informationen auch vom Anwender per iTunes auf den Chip spielen lassen. Dann hätte man ein Mobiltelefon, das man nach Belieben im Ausland einsetzen könnte.

Neben diesen Aussichten bietet die Multi-SIM allerdings auch einen naheliegenden Vorteil. Anwender können sich entweder beim Kauf für einen Mobilfunkanbieter entscheiden oder sich nach dem Kauf einen geeigneten Tarif aussuchen. Womöglich lassen sich Tarife künftig sogar über den App Store herunterladen. Was für den Anwender vor allem mehr Komfort beim Einkauf eines iPhone bringt, dürfte bei den Mobilfunkbetreibern auf wenig Gegenliebe stoßen.

Denn Apple könnte mit einer eigenen vorinstallierten SIM-Karte in den iPhones den Weg über die Mobilfunkanbieter umgehen. Kunden würden das Smartphone direkt bei Apple unter anderem im Online Shop kaufen können und sich einen Vertrag ohne Mobiltelefon von einem Anbieter holen.

Das dürfte vor allem Auswirkungen auf die Laufzeiten der Verträge haben. Warum sollten Anwender sich noch für 24 Monate an einen Provider binden? Diese Praxis gilt nur so lange, wie es subventionierte Mobiltelefone gibt.

Nach dem Wegfall der iPhone-Exklusivbindung in Deutschland bieten seit dieser Woche auch Vodafone und O2 das Apple-Smartphone an. Aber auch über Apples Online Shop können Anwender das iPhone bestellen*. Bereits mit diesem Schritt hat der Hersteller aus Cupertino den Wettstreit mit den Mobilfunkanbietern aufgenommen. Immerhin bekommt man das Smartphone direkt bei Apple ohne SIM-Lock und sogar etwas günstiger als bei den Providern.

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