Apples neuer Hersteller für iPhone-Chips: TSMC, Samsung Ade

Flavio Trillo
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Wer sich vor unzähligen Gerichten weltweit kräftig wegen irgendwelcher Patente in der Wolle hat, wird nicht mehr vernünftig über Kooperationen bei der Chip-Herstellung verhandeln können – und umgekehrt. Jetzt scheinen sich Gerüchte bestätigt zu haben, dass Apple einen anderen Zulieferer für den A6-Prozessor gefunden hat.

Dass Apple sich früher oder später von Samsung als Komponenten-Lieferant für iPhone und iPad verabschieden würde, war, wenn nicht in Stein gemeißelt, dann zumindest vorsichtig hineingeritzt. Die Beziehung der beiden Tech-Giganten drohte schon seit einiger Zeit in die Brüche zu gehen. Ständige Sticheleien vor Gericht, Uneinigkeit über die Originalität der Produkte des jeweils anderen – das sind keine guten Vorzeichen für eine gesunde “Ehe”.

Wie die taiwanesische DigiTimes vermeldet, hat Apple sich jetzt entschieden und Quellen aus der Industrie zufolge auch vertraglich an die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) gebunden. Diese will ihre 28- und 20-nm-Fertigungstechnik für die Produktion des Apple A6 und angeblich auch seines Nachfolgers einsetzen. Der A6 wird aller Wahrscheinlichkeit nach im kommenden Jahr in iPhone 6 und iPad 3 zu finden sein.

TSMC konnte den Berichten nach für sich günstige Konditionen aushandeln, die ihre Bruttomarge von derzeit 46 Prozent nicht erheblich beeinflussen werde. Für Verpackung und die Qualitätskontrolle der Erzeugnisse soll jedoch ein anderes Unternehmen verpflichtet werden, da TSMC hierfür nicht die nötigen Kapazitäten habe.

Auf diese Weise schüttelt apple endlich die Abhängigkeit von eben dem Unternehmen ab, das dem Konzern in zahlreichen Rechtsstreits als Gegenpartei gegenüber steht. Samsung als Zulieferer – das konnte so lange funktionieren, wie dessen Tablets und Smartphones nicht den Ärger der Rechtsabteilung in Cupertino auf sich gezogen haben.

Geht man einmal davon aus, dass Apple nicht aus reinem Neid gegen Samsung vorgeht, sondern ernsthafte Sorgen um das eigene geistige Eigentum hat, geht damit auch ein Vertrauensbruch einher. Für beide Seiten. Und ohne gegenseitiges Vertrauen gestalten sich Verhandlungen über neue Konditionen für künftige Lieferungen nunmal denkbar schwierig.

Weitere Themen: iPhone, Samsung

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