Apples Weihnachts-Quartal: Rekorde ja, aber wie hoch?

Florian Matthey
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Am 24. Januar wird die Börsen-Welt zumindest für einen Moment nach Cupertino blicken: Apple präsentiert dann sein jüngstes Quartalsergebnis. Alle Beobachter erwarten Mac-, iPhone- und iPad-Verkaufszahlen für das vergangene erste Quartal des Geschäftsjahres 2012. Die Frage ist eigentlich nur, wie stark Apple die bisherigen Rekorde übertroffen hat.

Apples Weihnachts-Quartal: Rekorde ja, aber wie hoch?

Der Analyst Brian White von Ticonderoga Securities ist sich sicher: Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2012, das sich fast genau mit dem vierten Kalenderquartal 2011 deckt, brachte für Apple neue Rekorde. White beobachtete die Verkaufszahlen von Apples Zulieferern in Asien, die im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 9,4 Prozent anstiegen. In den letzten Jahren gingen sie hingegen im Dezember im Vergleich zum November um jeweils rund 15 Prozent zurück.

Der Rückgang in den Vorjahren dürfte sich dadurch erklären lassen, dass die Produktion im November fürs Weihnachtsgeschäft wohl üblicherweise einen Höhepunkt erreicht. Dass sich Apples Zulieferer im vergangenen Jahr im Dezember sogar steigerten deutet auf eine besonders hohe Nachfrage in der Vorweihnachtszeit und darüber hinaus hin.

Besonders stark konnte sich die Firma Multi-Fineline Electronics steigern, das unter anderem flexible Leitplatten für Smartphones und Tablets herstellt: Das Unternehmen verzeichnete im vierten Kalenderquartal 2011 ein Plus in Höhe von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Anhand all dieser Zahlen sagt White für das vergangene Quartal 5,2 Millionen Macs, 10,9 Millionen iPads und 29,9 Millionen iPhones voraus. Im bisherigen Rekordquartal, dem vierten des Kalenderjahres 2011, verkaufte Apple 4,9 Millionen Macs, 11,12 Millionen iPads und 17,1 Millionen iPhones. Das bisherige iPhone-Rekordquartal war das dritte des Geschäftsjahres 2011 mit 20,3 Millionen verkauften Exemplaren – ein Wert, den Apple wohl deutlich überschreiten wird.

Nach Whites Vorhersagen hätten sich die iPad-Verkaufszahlen allerdings im Vergleich zum vorangehenden Quartal etwas verringert – trotz Weihnachtsgeschäft. Das könnte daran liegen, dass einige Kunden auf ein neues Modell warten oder dass einige Konkurrenten auf dem Tablet-Markt langsam Fuß fassen: Amazons Kindle Fire ist die erste iPad-Alternative mit im Vergleich zu Apples Tablet nennenswert hohen Verkaufszahlen.

Allerdings gibt es auch Analysten, die in Sachen iPad deutlich optimistischer als White sind: Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat die Vorhersagen von 42 Analysten zusammengetragen, deren Schätzungen zwischen 11,73 und 19,47 Millionen iPads liegen – und im Schnitt bei rund 13,5 Millionen Exemplaren. Whites Vorhersage scheint also recht konservativ zu sein.

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