Apples wichtigster Bootvorgang: 13.000 Dollar für ein Betriebssystem

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Papiere aus dem Jahr 1978 dokumentieren die Bemühungen von Steve Jobs und Steve Wozniak, ihren Apple II mit einem Diskettenlaufwerk auszustatten. Verträge, Notizen und seitenweise Programmcode aus einem Museum in Kalifornien bieten interessante Einblicke.

Apples wichtigster Bootvorgang: 13.000 Dollar für ein Betriebssystem

Es war im Frühling 1977. Steve Wozniak und Steve Jobs präsentierten auf einer Computer-Messe in San Francisco ihren Apple II — der Computer, der die turbulente Unternehmensgeschichte erst richtig ins Rollen bringen sollte. Doch den ersten Modellen fehlte es noch an einem essentiellen Bestandteil: Dem Diskettenlaufwerk. Statt dessen ließen sich Programme nur auf Kassetten abspeichern — ein enormer Unterschied.

Kassetten waren unzuverlässig und langsam, nur etwas für Enthusiasten und Hobby-Bastler. Damals war es noch eine echte Herausforderung, das breitere Publikum für einen Computer zu begeistern. Abgesehen davon war nur ein Computer mit Diskettenlaufwerk für die begehrten, weil zahlungskräftigen Business-Anwender interessant. Programme wie VisiCalc (ein sehr populärer Excel-Urahn) liefen nur auf Disketten und so schreiben viele diesem Zubehörteil den großen Erfolg zu, den der Apple II den beiden Steves brachte.

Aber zuerst musste Chefingenieur Steve Wozniak so ein Laufwerk und die passende Software entwickeln. Über die Weihnachtsfeiertage des Jahres 1977 bastelte er einen der fortschrittlichsten Controller seiner Zeit. Durch den vermehrten Einsatz von Software konnte er die Anzahl der nötigen Chips auf ein Zehntel reduzieren.

Doch damit war noch nicht das nötige Betriebssystem geschaffen, mit dem der Apple II auf die Informationen der Disketten zugreifen

sollte. Niemand bei Apple war in der Lage, solch ein System zu entwerfen. Also beschaffte man sich Hilfe von außen. Steve Wozniak engagierte Paul Laughton von Shepardson Microsystems.

Ein Vertrag zeigt die Konditionen, zu denen Shepardson angeheuert wurde: 13.000 US-Dollar Honorar, zu zahlen in zwei Raten. Liefertermin für das von Grund auf neu geschriebene System: 35 Tage nach Vertragsschluss. Es gab keine Hilfsmittel und nur wenige funktionierende Hardwarekomponenten zum Testen.

Laughton erinnert sich in einem Interview mit CNET: „Wir schrieben auf Lochkarten. Der Code wurde dann von einem Minicomputer kompiliert und anschließend begann die Fehlersuche“.

Das Computermuseum DigiBarn in Kalifornien hat einige Dokumente zu der Entwicklung des Apple II erhalten. Darunter nicht nur dutzende von Seiten mit OS-Code und Anmerkungen, sondern auch Anweisungen und Ergänzungen von Wozniak, handschriftliche Skizzen des Disketten-Controllers und Bestellscheine für den Apple II. Für Code-Nostalgiker ein echtes Fundstück und auch für Normalsterbliche nicht uninteressant.

(Bilder: DigiBarn Computermuseum als CC BY-NC 3.0)

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