Apples Zukunft: Sorgen um Gewinnmarge und Ruf nach neuer Innovationskultur

Wie geht es mit Apple weiter? Während ein Analyst glaubt, dass Apples Gewinnmarge in den nächsten zwei Jahren auf ein bedenkliches Maß sinken wird, hält ein anderer Beobachter Apple für gut aufgestellt – wenn das Unternehmen eine richtige “Innovationskultur” schafft.

Apples Zukunft: Sorgen um Gewinnmarge und Ruf nach neuer Innovationskultur

Gene Munster warnt vor niedriger Marge

Der Piper-Jaffray-Analyst Gene Munster, der in Sachen Apple meist eigentlich recht euphorisch ist, blickt mit Sorgenfalten auf die Zukunft des Unternehmens: In zwei Jahren werde Apples Gewinnmarge nur noch bei 34 Prozent liegen. Vor einem Jahr lag sie noch bei 47,4 Prozent, im letzten Quartal war sie mit 37,5 Prozent schon vergleichsweise niedrig.

Munster glaubt, dass es für Apple wie eine “Kernschmelze” wäre, wenn die Gewinnmarge unter den von ihm vorhergesagten Wert sinken sollte. Das hält der Analyst selbst durchaus für möglich: Sollte Apple ein günstigeres iPhone veröffentlichen und sollte dieses mehr als 50 Prozent der iPhone-Verkäufe ausmachen und sollte Apple dann noch einen Fernseher mit niedriger Gewinnmarge auf den Markt bringen, dann werde die Gesamtgewinnmarge noch niedriger sein.

Bisher sei die Gewinnmarge des iPhone noch sehr “gesund”; der Hauptgrund für das Schrumpfen der Marge in jüngster Vergangenheit sei das iPad mini gewesen. Die iPhone-Gewinnmarge liege bei 55 Prozent, die fürs iPad mini bei rund 20 Prozent. Rechne man das iPad mini heraus, hätte Apple im letzten Quartal noch eine Gewinnmarge in Höhe von 40,2 Prozent gehabt.

Dennoch sieht Munster die Apple-Aktie in Zukunft steigen: Als Kursziel nennt der Analyst mit 655 Dollar einen Wert, der deutlich über dem aktuellen Kurs in Höhe von rund 450 Dollar liegt. Allerdings hatte Munster zuvor 688 Dollar projeziert, hat sich also nach unten korrigiert.

Apple braucht “Innovationskultur”

Michael Murphy, Chef des Beratungsunternehmens Skyscraper, glaubt hingegen an eine positive Entwicklung der Apple-Zukunft. Das Unternehmen sei nach den turbulenten 1990er Jahren und dem Aufstieg seit der Rückkehr von Steve Jobs “gereift” und stehe jetzt, unter Tim Cook, vor einer neuen Phase – und zwar nicht nur wegen des Führungswechsels, sondern auch wegen eben dieser Position als “gereiftes” Unternehmen.

Apple müsse in Zukunft drei Dinge beachten und könne dann weiterhin Erfolge feiern: Einerseits werde das Unternehmen darauf Acht geben müssen, was die Konkurrenz für Produkte schaffe – und dafür sorgen, dass die eigenen Produkte einen wirklichen Mehrwert haben. Dann lasse sich auch die Gewinnmarge hoch halten.

Es sei wichtig, Produkte nicht nur durch Kleinigkeiten von der Konkurrenz abzuheben – also beispielsweise einen Fernseher zu veröffentlichen, der nur ein bisschen besser als bisherige Produkte ist. Auch dürfe Apple den Anschluss bei neuen Trends nicht verlieren – das Unternehmen habe noch kein Gerät vorgestellt, dass sich am Körper tragen lässt und auch noch nichts zu 3D Printing gesagt.

Außerdem benötige Apple eine reife Innovationskultur. Diese sollte sich auch von der unter Steve Jobs unterscheiden: Jobs habe wie ein “gütiger Diktator” geherrscht und so Innovationen aus Mitarbeitern “herausgepresst”, viele aber auch ausgebrannt. Das Management müsse sich jetzt darauf konzentrieren, kreative Führungspersönlichkeiten über das Unternehmen zu verteilen, so dass die Unternehmenskultur sich von einer Diktatur zu einem organisierteren System wandle.

Drittens sei es wichtig, die “Apple-DNA” am Leben zu halten – also dafür zu sorgen, dass Produkte einfach zu benutzen bleiben und anders als Konkurrenzprodukte nicht mit Features überladen sind, die nicht mehr oder nicht wirklich nötig sind. Apple habe sich von Disketten, optischen Laufwerken, Flash und FireWire verabschiedet; in Zukunft sollte es weiterhin solche Abschiede zugunsten einer neuen Technologie geben.

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