Apples Zulieferer: Die dunkle Seite der Erfolgsgeschichte

Apple beeindruckt Analysten immer wieder mit einer hohen Gewinnmarge. Diese ermöglicht unter anderem die Zusammenarbeit mit asiatischen Zulieferern, die besonders schnell besonders günstig Apple-Produkte herstellen – unter fragwürdigen Arbeitsbedingungen. Die New York Times beleuchtet die Situation in einem ausführlichen Artikel, der auch frühere Apple- und Foxconn-Manager zu Wort kommen lässt.

Apples Zulieferer: Die dunkle Seite der Erfolgsgeschichte

Foxconn – der umstrittene Apple-Partner

Der Artikel greift einen Vorfall aus dem letzten Jahr auf: Bei einer Explosion in einem Werk des Zulieferers Foxconn, wo das Unternehmen unter anderem Apples iPad 2 produziert, starben drei Personen, viele wurden verletzt.

Der Vorfall zog Aufmerksamkeit auf die Sicherheitsmaßstäbe des Apple-Zulieferers, nachdem sich das Unternehmen schon seit Jahren wegen schlechter Arbeitsbedingungen Kritik stellen musste: Mehrere Mitarbeiter nahmen sich aus Verzweiflung das Leben.

Die New York Times berichtet weiter, dass nicht nur Apple mit Unternehmen wie Foxconn zusammenarbeitet. Auch andere IT-Unternehmen ließen ihre Produkte bei Zulieferern mit schlechten Arbeitsbedingungen herstellen. Auch erwähnt die Zeitung Apples Bestrebungen, die Zustände mit Hilfe von Audits zu verbessern. Erst im Januar veröffentlichte das Unternehmen einen neuen Lieferanten-Report, der die Zulieferer benennt, über Probleme berichtet und Apples Willen bekundet, diese zu lösen.

Apple benötigt immer schnellere Produktion

Trotzdem machen ehemalige Apple-Manager ihrem früheren Arbeitgeber Vorwürfe – erklären aber auch, in welcher Konfliktlage sich das Unternehmen befindet. Das Management des Unternehmens wolle die Bedingungen zwar tatsächlich verbessern. Jedoch schmälerte das Bedürfnis, gute Beziehungen zu Zulieferern aufrecht zu erhalten, diese Hingabe. Foxconn sei, so ein weiterer Manager, eines der wenigen Unternehmen, das die iPhone- und iPad-Produktion nach Apples Bedürfnissen steigern könnte. Apple werde nicht mit Foxconn brechen, und Foxconn werde China nicht verlassen.

Einen weiteren Dämpfer erhalten die Bestrebungen vor allem durch die Notwendigkeit, neue Produkte schnell herstellen zu lassen. Nach der Bekanntgabe des jüngsten Rekordergebnisses für das vergangene Quartal räumte Apple ein, dass die Verkaufszahlen noch höher hätten sein können – wenn Apple nur mehr Produkte hergestellt hätte.

Ein anderer Ex-Apple-Manager berichtet, dass Apple seit über vier Jahren von schlechten Arbeitsbedingungen wisse – und dennoch seien diese immer noch problematisch. “Warum? Weil das System für uns funktioniert. Die Zulieferer würden morgen alles ändern, wenn Apple ihnen erklärte, dass sie keine andere Wahl hätten.” Das Unternehmen reagierte sicherlich anders, wenn iPhones vier Jahre lang nicht funktionierten.

Ex-Foxconn-Manager übt harte Kritik an Apple

Noch drastischer beschreibt der frühere Foxconn-Manager Li Mingqi die Situation. Li befindet sich gerade in einem arbeitsrechtlichen Streit mit seinem früheren Arbeitgeber. Er berichtet, dass Apple sich “nie um etwas anderes als die Verbesserung der Produktqualität und niedrigere Preise” gekümmert habe. Das Wohl der Arbeiter habe “für ihre Interessen keine Relevanz.” Sobald Apple einen Vertrag mit Foxconn geschlossen habe, kümmere sich Apple nicht mehr um Arbeitsbedingungen “oder irgendetwas anderes, das für ihre Produkte irrelevant ist.”

Apple selbst wollte den Artikel der Zeitung, den diese vorab in Form einer Zusammenfassung nach Cupertino schickte, nicht kommentieren.

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