„Bet the company“: Apple investiert so viel für Forschung wie vor dem ersten iPhone

Florian Matthey
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Autonome Systeme, Augmented Reality und noch gänzlich unbekannte Produkte: Apple hat für die Zukunft viel vor. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung liegen jetzt wieder auf dem Niveau von 2004 – also drei Jahre vor dem ersten iPhone.

„Bet the company“: Apple investiert so viel für Forschung wie vor dem ersten iPhone

Ist Apple wieder in einer „bet the company“-Situation – investiert also so viel in Forschung und Entwicklung, dass das ganze Unternehmen in Gefahr ist, wenn die Wette nicht aufgehen sollte? Apples Marketingchef Phil Schiller meinte einst, dass das iPhone ein solches Produkt gewesen sei: Wäre daraus ein Flop geworden, wäre Apples Zukunft sehr unsicher gewesen.

Daher ist die Statistik, auf die das Wall Street Journal aktuell verweist, besonders interessant: Apple hat in den letzten 12 Monaten 11,2 Milliarden US-Dollar für Forschung und Entwicklung ausgegeben – so viel wie nie zuvor. Was an sich kein Wunder ist, da auch der Umsatz der Unternehmens weiter steigt. Bemerkenswert ist aber, dass die Ausgaben jetzt wieder bei 15 Prozent des Gesamtumsatzes liegen. So hoch waren sie seit 2004 nicht mehr.

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iPhone-8-Dummy im Hands-On

Die Jahre vor 2007, also der Veröffentlichung des ersten iPhone, waren aber genau die „bet the company“-Phase, die Schiller beschrieb. Dass Apple jetzt – in Relation gesehen – wieder so viel Geld in diesem Bereich ausgibt, lässt vermuten, dass in den nächsten fünf Jahren ein ebenso großes Produkt erscheinen könnte, wenn die „Wette“ denn erneut aufgehen sollte.

Andererseits lassen sich die Jahre 2004 und 2017 vielleicht auch einfach nicht vergleichen: Apple ist heute ein viel größeres Unternehmen, das wohl in deutlich mehr Bereichen forscht, als das damals der Fall war. Während sich damals also alles auf wenige Produkte – Mac, iPod und eben iPhone – konzentrierte, sind heute Bereiche hinzugekommen, die jeweils eine Vielzahl von Produkten betreffen könnten und jeweils wohl sehr kostenintensiv sind: Selbst die von Apple selbst bestätigten Bereiche „autonome Systeme“ – für Fahrzeuge und andere Produkte –, „Augmented Reality“, und „Gesundheit“ dürften sehr viel Geld verschlingen.

Apple stellt sich also vielleicht einfach deutlich breiter auf – und wird dadurch vielleicht ein bisschen so wie Microsoft und Google, die in zahlreichen IT-Branchen mitmischen (wollen). Der Google-Konzern Alphabet hat alleine im letzten Quartal über 4 Milliarden US-Dollar für Forschung und Entwicklung ausgegeben, auch bei Microsoft sind es mit 3,5 Milliarden in einem Quartal mehr als bei Apple – obwohl Microsoft in Sachen Umsatz ein deutlich kleineres Unternehmen ist.

Quelle: Wall Street Journal via 9to5Mac

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