Börse ade: Könnte Apple sich selbst freikaufen?

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Diese Frage beschäftigte kürzlich Ryan Block, Produktmanager bei AOL Tech und Gründer von gdgt. Könnte Apple seine Barschaft dafür einsetzen, sich von der Börse zu nehmen und fortan ohne Wall Street zu agieren? Eine interessante Überlegung.

Börse ade: Könnte Apple sich selbst freikaufen?

Es gibt eine Menge Vorteile, die für den Abzug Apples von der Börse sprächen. Keinen Ärger mit der SEC, keine Aktionäre, die einem im Nacken sitzen. Auf der Kommunikationsplattform Branch stellen einige Kommentatoren fest: Apple könnte sich seinem Kerngeschäft, dem Design von Hard- und Software, sehr viel besser widmen.

Vorab: Die Antwort auf die Frage lautet leider nein. Trotzdem ist es ein nettes Gedankenspiel und auch der Grund für das Nein ist interessant.

Zunächst eine Bestandsaufnahme. Derzeit verfügt Apple über Barreserven in Höhe von etwa 140 Milliarden Dollar. Der Börsenwert des Herstellers liegt bei ungefähr 368 Milliarden. Nimmt man eine großzügige Prämie von 50 Prozent an, käme der Kaufpreis für Apple auf etwa 552 Milliarden Dollar.

Ganz abgesehen davon, dass die Barreserven hierfür nicht ausreichen — wer glaubt, Apple könnte einfach diese Mittel als Eigenkapital in eine Finanzierung einbringen, liegt falsch. Das Geld gehört den Aktionären, kann also nicht ohne ihre Zustimmung dazu verwendet werden, sämtliche Papiere aufzukaufen.

Nehmen wir aber mal an, Apple wäre in der Lage, eine Bank davon zu überzeugen, dem Unternehmen einen Kredit zu gewähren. Matthew Yglesias hat für slate.com ausgerechnet, dass sich allein die Zinsen auf 31 Milliarden Dollar pro Jahr belaufen würden. Dafür würden die Profite wohl noch ausreichen. Das Problem ist also nicht Apple — genug Geld wäre da oder könnte besichert werden.

Es gäbe derzeit ganz einach keine Bank, die es sich leisten könnte, ein derartiges Finanzierungsunterfangen überhaupt anzufassen. Die größte Übernahme dieser Art bis dato fand Yglesias zufolge im Jahr 1989 statt. Damals kaufte die Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. den Konzern RJR Nabisco für eine Summe, die heute 55,38 Milliarden Dollar entspricht.

Eine Finanzierung der nötigen 552 Milliarden Dollar wäre also schlichtweg unmöglich: „Man sagt, manche Banken wären zu groß zum Scheitern, Apple ist zu groß zum Kaufen.“ Apple wird sich sicherlich etwas einfallen lassen, was mit all dem Bargeld anzufangen ist, damit auch die Aktionäre zufrieden gestellt sind.

Ohne sie kann das Unternehmen aber vorerst nicht auskommen, dazu müsste der Börsenwert zunächst ganz erheblich in den Keller fallen — zum Beispiel, weil die Analysten immer wieder enttäuscht werden und Apple immer mehr Bargeld anhäuft…

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