Dan Riccio: Mr. Hardware bei Apple

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Weiter geht's mit dem zweiten Teil unserer Apple-Management-Serie. Nachdem wir bereits Jeff Williams letzte Woche vorstellten, werfen wir einen Blick auf Dan Riccio – seines Zeichens frischgebackener Senior Vice President, Hardware Engineering bei Apple.

Dan Riccio: Mr. Hardware bei Apple

Dan Riccio ist unzweifelhaft ein weiteres positives Beispiel der internen Karriereförderung im Hause Apple. Die überwiegende Mehrzahl der Personen in Apples Führungsstab entstammt den eigenen Reihen – lang gediente Manager, die das kalifornische Unternehmen seit über eine Dekade begleiten. Mit „Fremdeinkäufen“ wurde man hingegen weniger glücklich, beispielhaft zu nennen Mark Papermaster, dem nur ein kurzes und wenig erfolgreiches Gastspiel gelang. Dan Riccio blickt derweil auf eine bereits vierzehnjährige Karriere in verschiedenen Positionen bei Apple zurück – ein Urgestein, wenn man so will.

Dan Riccio: Werdegang vor und bei Apple

Abseits der wenigen offiziellen Informationen, ist über Dan Riccios Privatleben so gut wie nichts verbürgt. Nicht mal sein Alter ist der Öffentlichkeit bekannt. Riccio studierte von 1981 bis 1986 an der University of Massachusetts Amherst Maschinenbau und schloss seine Ausbildung mit einem Bachelor-Grad ab. Die renommierte Kleinstadtakademie zählte bereits Show-Größen wie Bill Cosby oder Schauspieler Richard Gere zu ihren Studenten. Eine zusätzliche Hochschulausbildung kann Riccio nicht vorweisen – kurios, gehört ein MBA doch heutzutage zum guten Ton in der Führungsetage. Wiederum verwundert dies nicht, bedenkt man die Tatsache, dass Apple über Jahre hinweg recht erfolgreich von einem Studienabbrecher geführt wurde.

Die darauffolgenden elf Jahre verbleiben im Dunkeln, oder sind ein wohl gehütetes Geheimnis von Mr. Riccio. Erst 1997 verzeichnet seine Vita eine Anstellung bei Compaq als Senior Manager (Mechanical Engineering). Lange hält es ihn nicht dort. Schon ein Jahr später verlässt er den Computerhersteller und heuert bei Apple als Vice President, Product Design an. Was für ein Zufall: Auch Tim Cook arbeitet seinerzeit bei Compaq und gesellte sich 1998 zu Apple. Etwaige direkte Verbindungen zwischen diesen beiden Personalzugängen sind jedoch nicht bestätigt, wenngleich denkbar.

Über Jahre hinweg übernimmt Dan Riccio eine Schlüsselrolle in der technischen Entwicklung der meisten Apple-Produkte. In der Öffentlichkeit tritt er kaum in Erscheinung, mit einer Ausnahme. 2008 hat er einen Aufritt zusammen mit Ive und Mansfield in einem Promotion-Video, das die damals neuartige Unibody-Produktionsweise der MacBooks zeigt.


Dan Riccio im Promo-Video zum Unibody-Macbook (ab Minute 1:17).

2010 darf er sich spezialisieren und wird zum Vice President der Hardwareentwicklung des iPads ernannt. Riccio berichtet zu dieser Zeit noch an Bob Mansfield – Senior Vice President, Hardware Engineering. Tim Cook beschreibt Riccio als einen der wichtigsten Mitarbeiter Mansfields – geachtet innerhalb und außerhalb Apples.

Im Sommer dieses Jahres folgt die Überraschung: Mansfield tritt in den vorzeitigen Ruhestand und Dan Riccio übernimmt fortan die Rolle des Senior Vice President, Hardware Engineering. Eine nicht ganz unumstrittene Entscheidung. Glaubt man Gerüchten, so gibt es bei Apple nicht wenige, die Riccio die notwendige Erfahrung für diesen Job absprechen.

Später kehrt Mansfield wiederum zu Apple zurück. Riccio muss jedoch sein neues Stühlchen nicht räumen. Stattdessen wird Mansfield zum Senior Vice President ohne konkrete Zuständigkeit ernannt. Nach dem Rausschmiss von Scott Forstall erhält der altgediente Apple-Manager auch wieder eine „echte“ Positionsbeschreibung: Senior Vice President, Technologies.

Seinen ersten Auftritt in neuer Rolle hat Riccio ebenso schon hinter sich. Man sieht ihn im Promotion-Video zum neuen iPad mini.


Dan Riccio erklärt das iPad mini (ab Minute 3:12).

Dan Riccio: Aufgabenbereiche

Der neue Hardware-Chef verantwortet bei Apple die Führung der jeweiligen Entwicklungsteams der Mac-Reihe, des iPhones, des iPads und der iPods – kurzum, aller Hardware-Produkte. Eine komplexe, verantwortungsvolle und herausfordernde Position. Er tritt somit unmittelbar in die Fußtapfen seines Mentors Bob Mansfield. Erwähnenswert: Bis 2010 lastete diese Verantwortung noch auf zwei Schultern. Mansfield stand der Mac-Entwicklung vor, Mark Papermaster der iPhone/iPod-Entwicklung – seine Vorgänger wiederum: Tony Fadell und Jon Rubinstein. Nachdem Papermaster gehen durfte (Stichpunkt: Antennagate), oblag allein Mansfield die gesamte Hardwareentwicklung.

Mit anderen Worten: Riccio unterliegt einem enormen Druck. Hierin dürften auch die schon erwähnten Bedenken begründet sein, die die Tauglichkeit Riccios für diesen Job in Frage stellten. Doch Dan Riccio ist kein Anfänger, er kennt Apple und das Team seit nunmehr 14 Jahren und verantwortete bereits die gesamte iPad-Entwicklung.

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Bildquelle Dan Riccio: Apple

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