Datenskandal mit Folgen: Sammelklage gegen Apple in Südkorea

Flavio Trillo
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Ein schwerwiegender “Programmierfehler”, der Apple einiges an schlechter Presse kostete, könnte jetzt auch erhebliche finanzielle Konsequenzen haben. Einige tausend Betroffene der Speicherung von Geodaten auf dem iPhone haben in Südkorea eine Sammelklage angestrengt, die Apple womöglich knapp 17,3 Millionen Euro kostet.

In der südkoreanischen Stadt Changwon reichte eine Kanzlei im Namen 26.691 Betroffener Klage auf Schadensersatz ein. Der Grund: “Emotionale Schäden”, welche die Menschen durch die ständige Aufzeichnung ihrer ungefähren Position erlitten hätten. Wie heise.de berichtet, verlangen die Kläger etwa 648 Euro pro Person.

Sollten die Richter dem entsprechen, kommen auf Apple Schadensersatzforderungen in Höhe von insgesamt ungefähr 17,3 Millionen Euro zu. Im Vergleich zu den Beträgen, über die man in Cupertino sonst verfügt sind das zwar eher Peanuts. Dennoch dürfte dem Mac-Macher daran gelegen sein, derartige Ausgaben tunlichst zu vermeiden.

Die von den Klägern geforderte Summe entspricht ungefähr dem Betrag, den Apple bereits vor einigen Wochen auf richterliche Anordnung hin einem einzelnen Betroffenen auszahlte. So erklärt sich vermutlich auch die große Menge an Personen, die sich hinter der neuen Sammelklage vereinen. Die Erfolgsaussichten sind nicht schlecht und – eine Million Won sind schließlich eine Million Won.

Im April dieses Jahres “schaffte” Apple es mit einer negativen Erwähnung in die Tagesschau. Wissenschaftler aus Großbritannien entdeckten, dass auf dem iPhone die Positionsdaten der Anwender ohne deren Wissen gespeichert und mit iTunes synchronisiert werden. Zwar sah es nicht so aus, als würden die Informationen mit Apple oder gar Dritten geteilt. Dennoch mussten hochrangige Mitarbeiter des Unternehmens und anderer Smartphone-Hersteller vor dem US-Kongress Rede und Antwort stehen.

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