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didacta 2011: Mac und iPad im Bildungsbereich

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Vom 22. bis 26. Februar findet in Stuttgart die Bildungsmesse didacta statt. Hier zeigen Aussteller, wie sich der Unterricht durch Hardware, Software, Online-Lernportale oder auch Cloud-Systeme moderner gestalten lässt. Laut einer kürzlich durchgeführten Bildungsstudie ist hier in Deutschland noch Bedarf an entsprechenden Konzepten. Einige wenige Schulen schwören dagegen schon auf Apple-Geräte und statten ganze Klassen mit iPads aus.

Keine Hardware und fehlende Konzepte an deutschen Schulen

Mit der Bildungsstudie Digitale Medien in der Schule (pdf) hat die Initiative D21, ein gemeinnütziger Verein und Partnerschaft zwischen Politik und Wirtschaft, ermittelt, wie es um die IT-Ausstattung und -Nutzung im deutschen Schulsystem steht. Das Ergebnis ist eher ernüchternd. So mangelt es in deutschen Klassenzimmern sowohl an Hardware als auch an Konzepten, wie sich moderne Medien im Unterricht integrieren lassen. In der Studie heisst es: “Zwar verfügen 89,5 Prozent der Schulen bereits über Computer, allerdings steht in nur 7,5 Prozent der Fälle tatsächlich jedem Schüler im Klassenzimmer ein PC, Notebook oder Netbook zur Verfügung.” Für die Unterrichtsvorbereitung nutzen Lehrer dagegen sehr häufig digitale Medien, besonders Online-Dienste wie Wikipedia und andere Webseiten.

Mit Blick auf die didacta scheint es an Ideen nicht zu mangeln. Hier wurden zum Beispiel 3D-fähige Ultra-Kurzdistanzprojektoren und interaktive Whiteboard-Lösungen, eine Art digitale Tafeln mit MultiTouch-Funktion, vorgestellt. Mit LernCoachies.de ist außerdem gerade ein Online-Lernportal vom Cornelsen Verlag erschienen. Auch Cloud-basierte Lösungen bilden dieses Jahr einen Schwerpunkt auf der Messe. Microsoft zeigt dabei mit der neuen Online-Plattform Office 365 for education, wie sich mit derartigen Lösungen Kosten für die Anschaffung und Administration einer eigenen IT-Infrastruktur einsparen liessen. Apple ist auf der Bildungsmesse dieses Jahr nicht anwesend, obwohl das Unternehmen geeignete Hardware herstellt und im App Store eine große Auswahl an Lernanwendungen bietet. Das Bildungsportal iTunes U wird von Universitäten immer mehr genutzt und ständig ausgebaut. Verlage wie Inkling und Thieme bringen derweilen ihre Lehr- und Fachbücher auch als interaktive eBooks für das iPad heraus. Dass Apple sich gezielt um die Ansprüche des Bildungsbereichs kümmert, ist auch am eMac zu sehen. Dieser wurde ursprünglich nur für diesen Bereich konzipiert.

Erste Pilot-Projekte in Deutschland

Der Anteil an Apple-Geräten in deutschen Schulen wurde von der Studie nicht ermittelt. Ihr Einsatz dürfte sich bisher noch auf vereinzelte Pilot-Projekte wie die iPad-Klasse oder auch das Kölner Gymnasium “Kaiserin Augusta Schule” beschränken. Dort findet seit Anfang Februar der Unterricht online auf dem iPad statt. Ein Lehrer hatte die Idee durchgesetzt und hat, trotz allgemeiner Skepsis, 20 iPads für die Schule bestellt. In einem Blog hält der Lehrer fest, wie diese den Unterricht bereichern und welche Apps den Schülern bei welchen Aufgaben weitergeholfen haben. So wurden Präsentationen mit Keynote* erstellt, Mindmaps mit Popplet* kreiert und Musikstücke mit MusicStudio* komponiert. Auch wenn Apple seine Hardware Schulen und Universitäten im sogenannten Bildungsstore* günstiger anbietet, dürfte das Budget für eine entsprechende Ausstattung im Regelfall nicht ausreichen. Bei Privatschulen sieht das Ganze etwas anders aus. So gibt Daniel Ott, Pressesprecher der Initiative D21, den Hinweis, dass die Phorms-Privatschulen Apple-Hardware im Unterricht einsetzen.

Vorreiter USA

Die USA sind da etwas weiter und setzen Mac und iPad häufiger im Bildungsbereich ein. Viele Schulen, wie die Roslyn High in Long Island, haben hier das Potential des Apple Tablet für den Unterricht erkannt und ganze Klassen damit ausgestattet, wie die New York Times berichtet. Da wird das iPad dazu verwendet, Lehrmaterialien herunterzuladen und zu lesen, Hausaufgaben einzureichen und mit dem Lehrer zu kommunizieren. Scott Wolfe, der Direktor einer Grundschule in Millburn, N.J. beschreibt, wie Apps den Unterricht bereichern. So ersetzt Google Maps in Geografie den Atlas, die Piano-Anwendung wird im Musikunterricht verwendet und unterhaltsame mathematische Spiele sollen den Mathematikunterricht interessanter gestalten.

Der US-Staat Georgia denkt sogar darüber nach, Lehrbücher in Schulen vollständig durch iPads zu ersetzen. Laut Senatspräsident Tommie Williams hat dazu bereits ein Treffen mit Apple stattgefunden. So behauptet er, dass man sich bereits mit Apple getroffen hätte und der Konzern ein vielversprechendes Programm vorgeschlagen hätte. Für jährlich 500 US-Dollar pro Schüler würde jedes Kind mit einem iPad und regelmäßig aktualisierten elektronischen Büchern ausgestattet. Im Preis inbegriffen wäre auch eine entsprechende Anweisung des Lehrpersonals. Im gleichen Zug spricht Williams das Problem an, dass der Staat momentan jährlich 50 Millionen US-Dollar für Bücher ausgibt, die im Schnitt nur sieben Jahre halten und auch vorher schon zum Teil veraltet sind.

Fazit

Viele Vorteile des iPads gegenüber herkömmlichen Lehrmaterialien liegen auf der Hand. Das iPad ist leicht und bietet Entlastung für den schweren Schulranzen. Statt mehrere Bücher mit sich herumzuschleppen, werden diese als eBooks auf das Tablet geladen, die man damit jeder Zeit griffbereit hat und die den Vorteil der Aktualität bieten. Mit interaktiven Lern-Anwendungen lässt sich der Schulunterricht interessanter gestalten und Kinder motivieren. Ob es dafür allerdings ein so teures Gerät wie das iPad braucht, ist fraglich. Auch in Anbetracht dessen, dass es hier zu Lande nicht nur an der Hardware-Ausstattung, sondern auch an guten Lehrkräften mangelt. Vielleicht kann auch eine Whiteboard-Lösung, wie Promethean sie auf der didacta vorstellt, ein erster Schritt sein, um den Unterricht moderner zu gestalten.
Die genannten Pilot-Projekte in Deutschland und den USA scheinen sehr spannend und bieten sicher viel Inspiration für weitere Schulen. Es bleibt zu hoffen, dass die Kinder dabei nicht das Schreiben, also das mit der Hand, verlernen. So stellen Wissenschaftler immer wieder fest, dass das Schreiben mit der Hand Denkprozesse besser fördert als das Tippen an einer Tastatur.

Literaturempfehlung

Der Mandl & Schwarz Verlag hat zu dem Thema gerade ein Buch herausgegeben. In Mac Education – Digitale Medien im Unterricht mit iLife, iWork, iTunes und Apple-Technologie* beschreibt der Autor, wie sich Apple Hard- und Software sinnvoll in Schulen und Universitäten einsetzen lässt.

Bild: torres 21: “Parra_029″ (Flickr)

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