Die Apple-Polizei

Sebastian Trepesch

Je mehr Mitarbeiter in einem Unternehmen arbeiten, desto mehr Mitarbeiter können Unternehmensgeheimnisse in einer Bar verlieren. Natürlich klingt es sehr kurios, dass ein Angestellter den Prototyp des nächsten iPhones an der Theke liegen lässt. Doch wie wir alle wissen: Bei Apple ist dies bereits zwei Mal passiert. Da gerade Apple die Geheimhaltung von neuen Produkten vor Veröffentlichung ganz groß schreibt, greift das Unternehmen jetzt zu neuen Methoden – sowohl für den Schutz von zukünftigen Geräten, als auch zur Wiederbeschaffung des verlorengegangenen Prototyps.

“Gab Apple sich als Polizei aus?” fragte unser Partnerportal macnews.de am Wochenende. Dem könnte – natürlich nicht offiziell – so gewesen sein.

Ein Apple-Angestellter soll Ende Juli einen iPhone 5-Prototype in einer Bar in San Francisco verloren haben. Dort blieb das iPhone nicht. Mittels Ortung versuchte Apple, den unehrlichen Finder zu entdecken.

Die Polizei stattete dem Bewohner, in dessen Haus das Telefon zuletzt geortet wurde, einen Besuch ab. Der Prototype sollte wiederbeschaffen werden. Doch vertraut Apple den Beamten? Nein, natürlich nicht. Zwei Detektive des Unternehmens begleiteten die Aktion und sollen sich angeblich ebenfalls als Beamte des San Francisco Police Department (SFPD) ausgegeben haben. Das sagte der Hausbesitzer zumindest laut SF Weekly. Die Polizei streitet das jedoch ab. SF Weekly berichtet desweiteren, dass die Apple-Mitarbeiter eine Durchsuchung von Haus und Auto durchführten. Die SFPD-Beamten blieben dagegen vor der Tür stehen.

Fazit: Finde nie einen Prototyp von Apple, oder gib ihn ganz schnell ab. Sonst rückt Dir die Apple-Polizei auf den Leib.

Noch mehr, als das verlorengegangene iPhone 5 wiederzufinden, hat das Unternehmen Interesse daran, dass zukünftig gar nichts mehr abhanden kommt. Eine Stellenanzeige beweist dies: Apple sucht einen “Manager, New Product Security” für Cupertino.

The candidate will be responsible for overseeing the protection of, and managing risks to, Apple's unreleased products and related intellectual property.

Er wird einen schwierigen Job haben, schließlich ist er für den Schutz der unveröffentlichten Produkte verantwortlich. Apple wünscht sich vom Bewerber Kenntnisse einer Vielzahl von Sicherheitstechnologien, andererseits soll er vertrauensvolle Beziehungen mit internen und externen Geschäftspartnern knüpfen können.

Von Hausbesuchen ist nicht die Rede. Aber arbeitet er sorgfältig, wird es ja dazu gar nicht mehr kommen.

Einen Punkt hat Apple in der Stellenbeschreibung aber wirklich vergessen: Der neue Sicherheitsmanager sollte gerne Kneipen besuchen!

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