Die Geschichte hinter Apples iCloud-Datencenter

Apple Hauptquartiert ist in Kalifornien. Doch das iCloud-Datencenter befindet sich in North Carolina, also der anderen Seite der USA. Das ist kein Zufall: Die Region konnte in der Vergangenheit mehrere Daten-Center-Betreiber anlocken, Apple hätte sie als potentiellen Investor aber fast verloren.

Die Geschichte hinter Apples iCloud-Datencenter

Das 3000-Einwohner-Städtchen Maiden in North Carolina war vor einigen Jahren nicht sonderlich bekannt. Mittlerweile ist der Ort aber zu einer Größe im Bereich der IT-Industrie avanciert: Zunächst, so ein Artikel bei Giga Om, habe sich Google in in den Jahren 2005 und 2006 für Maiden interessiert, sich letztendlich aber für einen rund 50 Kilometer entfernten Ort in einem anderen Bezirk entschieden.

So entstand jedoch ein Trend, der auch andere Unternehmen wie Facebook, AT&T, Wipro und letztendlich auch Apple nach North Carolina brachte. Apple sollte, so der Wunsch der Verwaltung, das Daten-Center in einer alten Mühle errichten, die an die Zeit der Textilwirtschaft in der Region erinnert. Apple brauchte aber mehr Platz und schien sich bereits nach anderen Optionen umzusehen.

Die von der Verwaltung eingesetzte “Catawba County Economic Development Group” entschied sich dann, Apple ein wenige Kilometer entferntes Areal anzubieten, für das die Verwaltung eigentlich mehrere Datencenter verschiedener Investoren vorgesehen hatte. Die Gruppe entschied sich aber um und vergab das gesamte Gelände an Apple.

Für die Region sind die Investitionen sehr wichtig: Als Apple das Datencenter errichten ließ, waren zeitweise täglich 1400 Bauarbeiter auf dem Gelände beschäftigt – die in Maidens Geschäften einkauften und den Restaurants des Ortes verkehrten. Die in den letzten Jahrzehnten weggefallenen Jobs können die Server-Farmen aber nicht ersetzen: Bis in die 80er Jahre beschäftigte die Textil- und Möbelindustrie zahlreiche Arbeitskräfte.

Zeitweise konnte die Herstellung von Glasfaserkabeln den Weggang dieser Branchen auffangen, mit dem Platzen der New-Economoy-Blase zur Jahrtausendwende verabschiedete sich aber auch diese Industrie aus der Region. Im Apple-Datencenter arbeiten 67 Vollzeit-Mitarbeiter, die aber alle entsprechend qualifiziert sein müssen. Die weggefallenen Arbeitsplätze können die Datencenter also nicht ersetzen.

Für die Region sei die Entwicklung dennoch gut: Die für die Anlagen geschaffene Infrastruktur ziehe immer mehr Unternehmen an, es gebe bereits weitere Interessenten. Auch die Energiewirtschaft, deren günstige Preise North Carolina attraktiver machen, freut sich: Datencenter-Betreiber seien zuverlässige und vorhersehbare Kunden, die ständig viel Strom verbrauchen.

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