Die Magie der Zahlen: Hintergründe zu Apples Quartalsergebnissen

Flavio Trillo
6

Apple hat es mal wieder geschafft. Alle waren sprachlos und konnten nur staunenden Blickes zusehen, wie der Konzern am späten Abend des 24. Januar seine Quartalsergebnisse präsentierte. Darunter solche Kaventsmänner wie Gewinne in Höhe von 13 Milliarden US-Dollar und 37 Millionen verkaufte iPhones. Zeit, diese enormen Summen ein wenig griffiger zu machen.

Die Magie der Zahlen: Hintergründe zu Apples Quartalsergebnissen

Da wären zunächst die Umsätze. Apple nahm von Oktober bis Dezember nach eigenen Angaben 46,333 Milliarden oder 46.333.000.000 US-Dollar ein. Das entspricht nicht nur in etwa dem doppelten Bruttoinlandsprodukt des Königreichs Jordanien im gesamten Jahr 2009, sondern auch einem sekündlichen Umsatz von fast 782 US-Dollar über das 14 Wochen lange Finanzquartal. Mehr als 600 Euro. In jeder der knapp 59,3 Millionen Sekunden.

Mit diesem Wert erreichte Apple innerhalb von nur drei Monaten höhere Einnahmen als in den Quartalen eins bis drei des Jahres 2010 zusammen. Das gleiche gilt für die summierten Ergebnisse der Finanzjahre 2006 und 2007.

Die Gewinne sind ähnlich schwer fassbar und gleichzeitig ebenso beeindruckend. 13,06 Milliarden oder 13.060.000.000 US-Dollar erwirtschaftete Apple in Q1-2012. Beinahe drei Milliarden mehr als in den gesamten Jahren 2008 und 2009 zusammen. Damit erreichte das Unternehmen erstaunliche 117,7 Prozent des Wertes im Vorjahresquartal. Gegenüber dem vorangegangenen Jahresviertel verdoppelte sich der Profit. Jeder der etwa 60.400 Mitarbeiter in Cupertino und weltweit erwirtschaftete also mehr als 225.165 US-Dollar Gewinn.

Mit dieser unvorstellbaren Summe schafft Apple es in die Top 5 der höchsten quartalsmäßigen Gewinne aller Zeiten, wie MG Siegler von TechCrunch bemerkt. Hinter Gazprom, Shell und ExxonMobil liegt der Hersteller auf Platz 4. Innerhalb der 19 besten Quartalsergebnisse mit mehr als 10 Milliarden US-Dollar befindet sich genau ein Unternehmen, das nicht aus der Öl- oder Gasbranche stammt.

Im zweiten Quartal des Finanzjahres 2010 – das ist gerade einmal zwei Jahre her – entsprach der gesamte Umsatz dem Profit in diesem letzten Quartal. Das ist absolut erstaunlich. Betrachtet man sich eine Abbildung der sequentiellen, also von einem Quartal aufs nächste gerechneten, Entwicklung von Gewinn und Umsatz bei Apple, erkennt man den typischen Feiertags-Trend: Zu Weihnachten legen beide Werte kräftig zu.

Die zwei Unregelmäßigkeiten, eine im 4. Quartal 2010 und eine weitere im 3. Quartal 2011, dürften dem überaus erfolgreichen iPad, beziehungsweise iPad 2 geschuldet sein.

Dank all dieser herausragenden Meldungen stieg der Börsenwert des Unternehmens nun bei knapp 400 Milliarden US-Dollar. Die lange Liste derjenigen Länder, deren Bruttoinlandsprodukt kleiner ist als dieser Wert, reicht bis Taiwan, Österreich und Norwegen.

Insgesamt liegen nun 97,6 Milliarden US-Dollar an Barreserven in Apples Tresoren. Mit dieser unvorstellbaren Summe wäre man dort theoretisch in der Lage, jedem seiner Aktionäre für jede einzelne Aktie 105 US-Dollar auszuzahlen. Oder knapp 2.000 Tonnen Gold zum aktuellen Kurs zu erwerben.

Doch welche Pläne Apple mit seiner Barschaft tatsächlich hat, ließen Tim Cook und Peter Oppenheimer während der Quartalskonferenz nicht durchblicken. „Wir haben dazu heute nichts zu verkünden“ lautete die Antwort auf alle Fragen in diese Richtung.

(Foto: Tracy O via flickr, CC-Lizenz 2.0)

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz
}); });