Edward Snowden: Das FBI braucht Apple nicht, um die Daten eines iPhone auszulesen [Video]

Holger Eilhard
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Laut dem FBI kann nur Apple dabei helfen, das iPhone 5c des Attentäters im Fall San Bernardino auszulesen. Edward Snowden bezeichnete diese Aussage des FBI in einem aktuellen Video als „Bullshit“.

Edward Snowden: Das FBI braucht Apple nicht, um die Daten eines iPhone auszulesen [Video]

Snowden war im Rahmen der Konferenz „Blueprint for Democracy“ von Common Cause als Video-Teilnehmer zu Gast (via The Intercept). Teil der Diskussion war auch der Rechtsstreit in den USA zwischen Apple und FBI (siehe Video ab Minute 30).

Das FBI behauptet, dass ausschließlich Apple die technischen Mittel besitzt, um an die auf dem iPhone gespeicherten Daten zu gelangen. Snowden widersprach dieser Aussage und reagierte mit den Worten „Respectfully, that's bullshit“.

Er verlinkte in einem Tweet auf einen Artikel der American Civil Liberties Union (ACLU), in dem eine Alternative beschrieben wird, wie das FBI auch ohne Hilfe Apples an die Daten kommen könnte.

In dem Artikel wird detailliert beschrieben, wie mit Hilfe eines Hardware-Eingriffs beliebig viele Zahlenkombination zum Entsperren des iPhones genutzt werden können.

Stark vereinfacht beschrieben kann der Speicher-Chip des betroffenen iPhones von der Platine gelöst, kopiert und wieder eingesetzt werden. Nun kann man eine Reihe von Codes ausprobieren. Bleibt das iPhone nach den Versuchen gesperrt, kann der Chip erneut entfernt und der zuvor gespeicherte Stand wieder in den Chip geschrieben werden. Dieser Prozess kann beliebig wiederholt werden, bis der passende Code gefunden wurde.

Ein ähnliches Entfernen, Kopieren und Austauschen der Speicher-Chips wird auch etwa in chinesischen Einkaufszentren angeboten. Hier können iPhones mit nur 16-GB-Speicher für 60 US-Dollar mit einem 128-GB-Modul aufgerüstet werden.

Dieser Prozess ist zwar deutlich aufwendiger als das was sich das FBI von Apple wünscht, zeigt jedoch, dass Apple keine Backdoor entwickeln muss, die möglicherweise Zugriff auf alle iPhones geben würde.

Apple vertritt die Position, dass das Unternehmen nicht dazu gezwungen werden sollte, das Betriebssystem so zu modifizieren, dass innerhalb kürzester Zeit alle erdenklichen Zahlenkombinationen zum Entsperren des iPhone ausprobiert werden können. Das Unternehmen konnte in den vergangenen Tagen zahlreiche Unterstützer für sich gewinnen.

Update:
Bereits während einer früheren Anhörung, „The Encryption Tightrope: Balancing Americans' Security and Privacy“, wurde James Comey, Direktor des FBI, auf diese Möglichkeit hingewiesen (siehe Video, ab 1:32:10). Die Fragen kamen von Darrell Issa, Politiker der Republikanischen Partei und ehemaliger CEO von Directed Electronics (kurz DEI), ein Unternehmens, das unter anderem Sicherheitsprodukte für Autos herstellt.

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