Ein Blog, ein iPad: Schlange stehen in der 5th Avenue

Thomas J. Weiss
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Wenn die ersten iPads in den USA ihre Besitzer finden, wollen wir nicht hinten anstehen. Am Karfreitag ist macnews.de-Redakteur Thomas J. Weiss in die USA geflogen, um den Verkaufsstart in Manhattan mitzuerleben. Seine Eindrücke teilt er in seinem Blog mit.

10.01 Uhr EST

5th Avenue, aus dem Apple Store
Nach dem Gedränge vor dem und im Store bin ich nun stolzer Besitzer von zwei iPads. Damit endet meine Shopping-Tour im Big Apple die Auspack-Zeremonie nebst anschließendem Test folgt dann in bälde.

09.09 Uhr EST

5th Avenue, vor dem nun offenen Apple Store
Die Türen sind offen, die Menge jubelt und wir setzen uns endlich in Bewegung.

08.30 Uhr EST

5th Avenue, vor dem Apple Store, noch nicht viel näher dran
Inzwischen amüsieren wir uns zu fünft. Der Herr im schwarz-weißen Pulli ist aus Dublin. Der Mexikaner, der mit ihm die Vorzüge von Macs diskutiert, hat seine Frau im Hotel zurückgelassen. Er ist auch nur wegen des iPads da und will gleich zwei Tablets. Der Ire fliegt heute noch zurück, seine Frau hat den Pass nicht rechtzeitig verlängert bekommen und wartet nun zu Hause sehnsüchtig auf ihr Gerät.

07.24 Uhr EST

5th Avenue, vor dem Apple Store, in der Mitte der Schlange

Halbzeit, fast zumindest. Inzwischen mag die wartende Menge ein paar hundert Menschen groß sein – genau kann ich es nicht sagen, ich stehe in ihrer Mitte. Dort allerdings fühle ich mich etwas wie ein Affe im Käfig. Während wir uns dem Kubus zwischen Absperrungen in Zickzackbewegungen entgegenschlängeln, steht die wahre Menge um uns herum: Journalisten, Kamera Teams, Interviewer, jede Bewegung wird fotografiert oder gefilmt.
Die aufgehende Sonne taucht den Central Park inzwischen in warmes Licht, hier blühen Forsythien, Narzissen und Zierkirschen.
Die Stimmung bei den Wartenden steigt: Gizmodo verteilt Tüten mit kostenlosen Goodies. Viele sind sich unsicher, ob sie wirklich ein iPad ergattern werden. Apple hat vor über einer Woche die Vorbestellungen eingestellt – das streut Zweifel und wahrscheinlich sind deshalb noch nicht mehr Leute gekommen.
Die Wartende hinter mir war zufällig Deutsche – es macht mehr Spaß, zu zweit zu warten.

05.46 Uhr EST

5th Avenue, vor dem Apple Store

Es gibt zwei Schlangen vor dem Kubus mit dem leuchtenden Apfel: Eine, behaupten die amerikanischen Technik-Blogs, ist für all jene, die bereits ein iPad vorbestellt haben. Eine zweite, sagen sie, ist für Leute wie mich. Die Apple-Mitarbeiter in Blau sind noch gelassen, der Sicherheitsdienst vom Laden nebenan beginnt bereits zu meckern, dass die Schlange zu einem Laden blockiert sei. Im Moment allerdings ist die Präsenz der Presse beeindruckender als die der wartenden Fans. Mehrere Kamera-Teams sind da, die Übertragungswagen der lokalen Sender sind am Straßenrand aufgereiht. Insgesamt warten bislang etwas mehr als 100 Leute auf den Einlass.

02.53 Uhr EST

Manhattan, 51. Straße, The Pod Hotel.
In den USA ist der erste Stock das Erdgeschoss und so liege ich im zweiten noch fast auf der Straße. Laut ist das, unheimlich laut. Die Sirenen der weiß-blauen Polizeiwagen haben inzwischen aufgehört zu heulen, aber es quietscht, brummt, hämmert und pfeift. Es schreit. Schlaflos in New York City. Es sind die Eingeweide von Manhattan, die unter all den Wolkenkratzern um mich herum Tag und Nacht rumoren, eine gigantische Maschinerie, ein ewig arbeitendes Wurzelwerk, das die Stadt in der Luft mit dem versorgt, was sie benötigt.
Da der Apple Store in der 5th Avenue unter der Erde liegt, verwundert es nicht, dass auch er Tag und Nacht offen hat. Man betritt ihn durch einen Glaskubus und geht dann eine Glastreppe nach Unten oder fährt mit einem Glaslift in die Tiefe.
Heute Nacht allerdings wuselt es in dem Flagship Store, ohne dass Besucher dabei zusehen dürfen. Seit 0.00 Uhr haben sie den Kubus am Eingang verriegelt: Sie arbeiten unbeobachtet und bereiten die Ankunft des iPads vor, um 9.00 Uhr (15.00 Uhr MEZ) muss alles stehen. In der Schlange vor dem Kubus hatten sich bereits gestern über ein Dutzend iPad-Fans angestellt, mit Klappstühlen und Camping-Zubehör.

Inmitten der Hochhäuser und teuren Boutiquen gibt das ein seltsames Bild ab und die Passanten bleiben stehen und starren.
Wie groß mag die Schlange wohl sein, wenn ich mich in knapp drei Stunden an den Store begeben werde? Ich habe kein iPad mehr reservieren können – bekomme ich keines, kann ich auch keines testen. Und ich wäre ganz umsonst in die Stadt geflogen, die niemals schläft.
Ob es mir wohl gelingt, nochmals einzunicken?

Ohne die Unterstützung unseres Partners mStore wäre unsere Reise nach New York City und die aktuelle Berichterstattung über das iPad nicht möglich gewesen. Danke!

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