Entwickler verärgert über Apples In-App-Einkaufs-Regeln

Florian Matthey
11

Nicht nur herkömmliche Zeitungsverlage, auch andere Anbieter kostenpflichtiger Inhalte ärgern sich über Apples Regeln für App-Store-Abonnements. Apple erlaubt kostenpflichtige Inhalte ausschließlich über das eine In-App-Einkaufssystem, Apps mit anderen Lösungen will das Unternehmen nicht zulassen.

In einem offenen Brief richtet sich das Unternehmen Readability an den App-Store-Betreiber. Readability erkennt auf Nachrichten-Websites den eigentlichen Fließtext und bietet die Möglichkeit, diesen ohne weitere Inhalte wie Werbung darzustellen. Apple setzt die Open-Source-Software des Unternehmens selbst über die Reader-Funktion in Safari 5 ein.

Readability hat eine iOS-App entwickelt, mit der sich Nachrichten-Seiten ohne Werbung aufrufen lassen. Das Ganze ist kostenpflichtig; das Unternehmen behält 30 Prozent des Umsatzes und gibt 70 Prozent an den jeweiligen Betreiber der Website weiter, um dessen Verlust an Werbeeinnahmen auszugleichen. Voraussetzung ist, das der Kunde einen Readability-Account anlegt und mindestens fünf US-Dollar im Monat bezahlt – auf Wunsch auch mehr, um das Schreiben im Web zu unterstützen.

Apple hat die iOS-App von Readability allerdings abgelehnt, da sie nicht Apples In-App-Purchase-Programmierschnittstelle benutzt. Readability ärgert sich über diese Ablehnung, da Apple selbst 30 Prozent für jeden In-App-Einkauf einbehält. Dadurch könne Readability sein Versprechen, 70 Prozent der Kosten an Web-Autoren abzugeben, nicht mehr einhalten, das eigene Geschäftsmodell könne so nicht funktionieren. Readability kann sein Angebot daher nur als Browser-basierten Dienst anbieten.

Die Betreiber des Angebots TinyGrab wollen die Entwicklung ihrer iOS-App gar nicht erst fortsetzten. TinyGrab erlaubt es Benutzern, Screenshots von ihrem Rechner zu machen und direkt zu veröffentlichen. Die iOS-App könnte Bilder der iPhone- oder iPod-touch-Kamera ins Web stellen.

Wer seine Screenshots zum Beispiel über FTP hochladen möchte, muss aber über seinen TinyGrab-Account eine monatliche Gebühr bezahlen. Eine Umstellung auf Apples In-App-Einkäufe funktioniert nicht, weil Apple dem jeweiligen App-Entwickler keine Kundendaten weitergibt. Das heißt: TinyGrab kann nicht erkennen, welcher Kunde mit welchem Account zusätzliche Funktionen freischalten möchte. Das eigene System könne mit Apples Vorschriften gar nicht funktionieren, die Entwicklung einer eigenen App sei sinnlos. Auf ein ähnliches System setzt auch Dropbox, der bekannte Anbieter einer Online-Festplatte. Cult of Mac macht sich Sorgen, dass diese iOS-App ebenfalls bald aus dem App Store verschwinden könnte.

Bild: Readability. Some rights reserved.

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz